Britische Datenschützer verhängen Millionenstrafe gegen Reddit wegen mangelhafter Alterskontrolle
Millionenstrafe gegen Reddit für mangelnde Alterskontrolle

Britische Datenschützer verhängen Millionenstrafe gegen Reddit

Die britische Datenschutzbehörde ICO hat eine Geldstrafe in Höhe von 14,47 Millionen Pfund, umgerechnet etwa 16,5 Millionen Euro, gegen die US-Plattform Reddit verhängt. Grund dafür ist die mangelhafte Alterskontrolle, die den Schutz von Kinderdaten nicht gewährleistet habe. Mit dieser Entscheidung setzt die Behörde neue Maßstäbe für Internetdienste, die in Großbritannien aktiv sind.

Strengere Jugendschutzregeln in Großbritannien

Seit dem vergangenen Sommer gelten in Großbritannien verschärfte Jugendschutzregeln für Internetportale, um Kinder und Jugendliche vor gefährlichen Inhalten zu bewahren. Diese Regelungen, bekannt als Online Safety Act, verpflichten Anbieter nicht nur von nicht jugendfreien Inhalten wie Pornografie, sondern auch populärer Dienste wie Spotify und Microsofts XBox, das Alter ihrer Nutzer zu verifizieren. Die ICO argumentiert nun, dass Plattformbetreiber laut Datenschutzrecht besonders verpflichtet sind, Daten von Minderjährigen zu schützen.

Kritik an Reddits Selbstauskunftssystem

Reddit hatte sich vor dem Inkrafttreten des neuen Jugendschutzgesetzes mit einer einfachen Selbstauskunft der Nutzer begnügt, um das Alter zu überprüfen. Die Behörde kritisiert, dass dieses System leicht zu umgehen sei und Kinder unter 13 Jahren nicht die Fähigkeit hätten, die Ausmaße und Folgen der Datenverarbeitung zu verstehen. Zudem wirft die ICO Reddit vor, eine gesetzlich vorgeschriebene Datenschutzprüfung unterlassen zu haben. „Ich fordere die Branche daher nachdrücklich auf, ihre Praktiken zu überdenken und dringend die notwendigen Verbesserungen an ihren Plattformen vorzunehmen“, erklärte Behördenchef John Edwards.

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Reddit kündigt Widerspruch an

In einer ersten Reaktion hat Reddit Widerspruch gegen die Entscheidung angekündigt. Das Unternehmen argumentiert, dass die Forderung der Datenschutzbehörde, mehr private Informationen über Nutzer im Vereinigten Königreich zu sammeln, nicht nachvollziehbar sei. Indem man gezielt wenige Daten erhebe, schütze man die Privatsphäre und Sicherheit der Nutzerinnen und Nutzer, so die Stellungnahme. Diese Position unterstreicht die anhaltende Debatte zwischen Datenschutz und Jugendschutz in der digitalen Welt.

Weitere Verfahren gegen Internetdienste

Bereits im Februar hatte die ICO eine Strafe von umgerechnet 283.000 Euro gegen den Eigentümer der Bilderplattform Imgur verhängt, obwohl diese britische Internetanschlüsse seit Ende September 2025 gesperrt hatte. Behördenchef Edwards kündigte zudem Verfahren gegen weitere Unternehmen an, was zeigt, dass die britischen Datenschützer ihre Bemühungen um einen strengeren Jugendschutz im Netz intensivieren. Diese Entwicklungen könnten als Vorbild für andere Länder dienen, die ähnliche Herausforderungen bei der Regulierung von Internetdiensten bewältigen müssen.

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