Netflix steigt überraschend aus dem Bieterkampf um Warner Bros. aus
Eigentlich schien der Deal bereits besiegelt: Netflix sollte den legendären Warner-Konzern übernehmen und damit Paramount im Bieterwettstreit ausstechen. Doch nun kommt eine unerwartete Wende, die wie aus einem Hollywood-Drehbuch stammen könnte. Am 27. Februar 2026, um 02:03 Uhr, wurde bekannt, dass Netflix das Rennen um Warner Bros. überraschend aufgibt.
Paramount sticht mit verbessertem Angebot aus
Einer der größten Bieterwettbewerbe der Hollywood-Geschichte scheint nun entschieden. Paramount hat Netflix im Kampf um das Hollywood-Urgestein Warner Brothers ausgestochen. Der Streamingdienst Netflix teilte mit, man habe sich entschieden, das Angebot für Warner Bros. nicht zu erhöhen. Unmittelbar zuvor hatte Warner Brothers ein nochmals verbessertes Gebot von Paramount formal als »überlegen« eingestuft. Angesichts dieses Angebots sei »der Deal finanziell nicht mehr attraktiv«, erklärte Netflix.
Der Warner-Verwaltungsrat hatte am Dienstag trotz des neuen Paramount-Angebots an seiner Empfehlung an die Aktionäre festgehalten, das Übernahmeangebot von Netflix anzunehmen, wie es in einer nach US-Börsenschluss veröffentlichten Mitteilung hieß. Die Abstimmung darüber wurde auf den 20. März angesetzt. Die Übernahmevereinbarung mit Netflix bleibe zunächst in Kraft.
Finanzielle Disziplin als Grund für den Rückzug
Warner und Netflix waren Anfang Dezember eine verbindliche Übernahmevereinbarung für das Studio- und Streaming-Geschäft eingegangen. Wenige Tage später wandte sich Paramount direkt an die Aktionäre und bot 108,4 Milliarden Dollar für den gesamten heutigen Konzern Warner Bros. Discovery samt der TV-Sender, darunter CNN. Netflix bietet knapp 83 Milliarden Dollar für die Filmstudios und das Streaming-Geschäft.
Die Co-Chefs von Netflix, Ted Sarandos und Greg Peters, betonten nun, die ausgehandelte Transaktion hätte einen Mehrwert für die Aktionäre geschaffen und einen klaren Weg zur behördlichen Genehmigung geboten. »Wir haben uns jedoch stets diszipliniert verhalten. Und zu dem Preis, der erforderlich wäre, um das jüngste Angebot von Paramount Skydance zu erreichen, ist der Deal finanziell nicht mehr attraktiv«, betonten die beiden Manager.
»Wir sind überzeugt, dass wir die ikonischen Marken von Warner Bros. gut geführt hätten und dass unser Deal die Unterhaltungsindustrie gestärkt und mehr Arbeitsplätze in der Produktion in den USA erhalten und geschaffen hätte«, teilten Sarandos und Peters weiter mit. »Aber diese Transaktion war immer ein ›Nice to have‹ zum richtigen Preis, kein ›Must have‹ um jeden Preis.«
Paramount setzt sich durch
Im Kampf um Warner Bros. Discovery hat David Ellison, CEO des US-Entertainmentriesen Paramount, nicht nachgegeben. Paramount Skydance wird von David Ellison geführt, Sohn des Trump-Vertrauten und Milliardärs Larry Ellison. Der CEO wandte sich Anfang des Monats sogar mit einem offenen Brief an deutsche Medienschaffende und das Publikum, um Unterstützung für sein Angebot zu gewinnen.
Diese Entwicklung markiert einen bedeutenden Wendepunkt in der Medienlandschaft. Während Netflix sich zurückzieht, scheint Paramount nun die Oberhand im Übernahmekampf um Warner Bros. zu gewinnen. Die Entscheidung wird voraussichtlich weitreichende Auswirkungen auf die globale Unterhaltungsindustrie haben.



