Netflix steigt aus Bieterkampf um Warner Bros. aus - Paramount vor Übernahme
Netflix steigt aus Warner Bros. Bieterkampf aus

Netflix beendet Bieterkampf um Warner Bros. - Paramount vor historischem Deal

Im hochkarätigen Bieterwettbewerb um das legendäre Hollywood-Studio Warner Brothers hat der Streamingdienst Netflix überraschend das Handtuch geworfen. Das Unternehmen teilte mit, dass es sein Angebot für die Filmstudios und das Streaming-Geschäft von Warner Bros. nicht weiter erhöhen werde. Damit scheint der Weg frei für eine milliardenschwere Übernahme durch den Konkurrenten Paramount.

Paramounts verbessertes Angebot als Wendepunkt

Unmittelbar vor Netflix' Rückzug hatte Warner Brothers ein deutlich verbessertes Gebot von Paramount als „überlegen“ eingestuft. Paramount erhöhte sein Angebot für den gesamten Konzern Warner Bros. Discovery von 30 auf 31 Dollar pro Aktie in bar. Netflix erklärte dazu, dass der Deal angesichts dieses neuen Angebots finanziell nicht mehr attraktiv sei.

Die Co-Chefs von Netflix, Ted Sarandos und Greg Peters, betonten: „Wir haben uns stets diszipliniert verhalten. Und zu dem Preis, der erforderlich wäre, um das jüngste Angebot von Paramount zu erreichen, ist der Deal finanziell nicht mehr attraktiv.“ Sie fügten hinzu, dass die Transaktion zwar einen Mehrwert geschaffen hätte, aber immer ein „Nice to have“ zum richtigen Preis und kein „Must have“ um jeden Preis gewesen sei.

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Komplexe Übernahmesituation mit politischen Implikationen

Der Bieterkampf hat weitreichende Konsequenzen:

  • Paramount bietet 108,4 Milliarden Dollar für den gesamten Warner Bros. Discovery-Konzern inklusive TV-Sendern
  • Netflix hatte knapp 83 Milliarden Dollar nur für Filmstudios und Streaming-Geschäft geboten
  • Die TV-Sender, darunter der politisch bedeutsame Nachrichtensender CNN, wären bei einem Netflix-Deal in ein separates Unternehmen gewandert

Besonders brisant: Paramount wurde im vergangenen Jahr von der Familie des Tech-Milliardärs Larry Ellison gekauft, der als Unterstützer von US-Präsident Donald Trump bekannt ist. Trump hatte im Dezember gefordert, dass CNN bei einem Deal auf jeden Fall den Besitzer wechseln müsse. Kritiker befürchten, dass der oft trumpkritische Sender unter Paramount seine redaktionelle Unabhängigkeit verlieren könnte.

Rechtliche Hürden und finanzielle Absicherungen

Die Übernahme wird in jedem Fall zu einer höheren Konzentration im US-Medienmarkt führen und benötigt die Zustimmung der Wettbewerbsbehörden. Beide Unternehmen haben umfangreiche Absicherungen vereinbart:

  1. Netflix sagte Warner eine Vertragsstrafe von 5,8 Milliarden Dollar zu, falls der Deal an behördlichen Bedenken scheitert
  2. Paramount bietet sogar eine Zahlung von sieben Milliarden Dollar für den Fall eines behördlich bedingten Scheiterns an
  3. Paramount verspricht zudem, 2,8 Milliarden Dollar zu übernehmen, die bei einer Auflösung des Netflix-Deals fällig würden

Aktienkursentwicklung und Unternehmensstrategien

Der Netflix-Aktienkurs hatte in den vergangenen Monaten deutlich nachgegeben, was teilweise auf die kostspieligen Übernahmepläne zurückgeführt wurde. Das Unternehmen kündigte nun an, sein Programm zum Aktienrückkauf wieder aufzunehmen und weiter in qualitativ hochwertige Filme, Serien und Unterhaltung zu investieren.

Trotz Netflix' Rückzug hält der Warner-Verwaltungsrat an seiner Empfehlung fest, das ursprüngliche Netflix-Angebot anzunehmen. Die Abstimmung der Aktionäre wurde auf den 20. März angesetzt, und die Übernahmevereinbarung mit Netflix bleibt formal in Kraft. Experten bewerten die Chancen für einen erfolgreichen Netflix-Deal nach der jüngsten Entwicklung jedoch als äußerst fragwürdig.

Für Paramount stehen die Chancen nun deutlich besser, sich das Hollywood-Urgestein Warner Brothers einzuverleiben. Die engen Verbindungen der Ellison-Familie zur Trump-Regierung könnten sich bei der behördlichen Genehmigung als vorteilhaft erweisen und den Weg für eine der größten Medienfusionen der jüngeren Geschichte ebnen.

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