Prominente reagieren mit Entsetzen auf Gewaltvorwürfe im Fall Ulmen-Fernandes
Mit großer Betroffenheit und deutlichen Worten haben zahlreiche Prominente auf die schweren Gewaltvorwürfe im Fall des Schauspielerpaares Christian Ulmen und Collien Fernandes reagiert. Bei der Premiere des Musicals „Wir sind am Leben“ im Berliner Theater des Westens sowie in sozialen Medien äußerten sich Stars aus Kultur, Politik und Unterhaltung zu den Vorwürfen digitaler und häuslicher Gewalt.
Max Raabe: „Das Blut ist mir in die Füße gerutscht“
Sänger Max Raabe (63) zeigte sich zutiefst erschüttert über die Enthüllungen. „Ein Albtraum, ein totaler Albtraum“, beschrieb er seine Reaktion gegenüber BILD. Er halte die betroffene Schauspielerin Collien Fernandes für „so wunderbar“ und sei „entsetzt, dass so etwas überhaupt geht“. Raabe äußerte die Hoffnung auf präventive Maßnahmen: „Ich hoffe, dass es Schritte geben wird, so etwas in Zukunft zu verhindern.“ Auf die Frage nach der Dimension des Falls erklärte er: „Als ich das gelesen habe, ist mir das Blut in die Füße gerutscht.“
Claudia Roth fordert gesetzlichen Schutz vor digitaler Gewalt
Die ehemalige Kulturstaatsministerin Claudia Roth (70, Grüne) würdigte den Mut von Collien Fernandes: „Ich verneige mich vor Collien, dass sie diesen kriminellen Wahnsinn öffentlich gemacht hat.“ Roth betonte die Dringlichkeit gesetzlicher Maßnahmen: „Es braucht endlich eine Gesetzgebung, die Menschen vor dieser digitalen Gewalt schützt.“ Die Politikerin zeigte sich emotional berührt: „Ich habe geweint, weil da so viel Schmerz war.“ Sie appellierte an männliche Solidarität: „Es müssten noch viel, viel, viel mehr Männer sein, die sich fragen: 'Was ist mit uns los?'“
Kai Wegner: „So kann es auf keinen Fall weitergehen“
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) positionierte sich deutlich: „Was Frauen an Gewalt zugeführt wird – nicht nur körperlich, sondern auch im Internet –, ist inakzeptabel.“ Er forderte „schnellstmöglich gesetzliche Regelungen“ zum besseren Schutz von Frauen und Mädchen. Wegner betonte die gesellschaftliche Dimension: „Das ist kein Einzelfall. Das passiert oft – sowohl im Netz als auch zu Hause.“ Neben rechtlichen Maßnahmen benötige es auch „eine klare Ächtung durch die Gesellschaft“.
Katy Karrenbauer: „Der kann auch ins Ausland gehen“
Schauspielerin Katy Karrenbauer (63), die selbst Erfahrungen mit Partnerschaftsgewalt gemacht hat, zeigte klare Haltung: „Volle Solidarität mit Collien Fernandes.“ Sie kritisierte historische Muster: „Viel zu oft wurden Täter geschützt und nicht die Opfer.“ Auf die Frage nach Christian Ulmen antwortete sie deutlich: „Was interessiert mich der Täter? Der hat ausgesorgt. Der kann auch ins Ausland gehen.“ Karrenbauer hofft, dass der aktuelle Aufschrei nachhaltige Wirkung zeigt.
Weitere Prominente melden sich zu Wort
Regisseur Simon Verhoeven (53) äußerte sich auf Instagram „verwirrt, fassungslos, angewidert“ und forderte Reglementierungen gegen Deepfakes. Schauspieler Tijan Njie (34) bezeichnete den digitalen Missbrauch als „eklig, dreckig, widerlich“, betonte aber: „Nicht jeder Mann ist so.“ Sänger Johannes Oerding (44) bekannte: „Ich schäme mich in solchen Momenten, ein Mann zu sein“ und rief Männer zu mehr Verantwortungsübernahme auf.
Die einhellige Reaktion der Prominenten zeigt die gesellschaftliche Bedeutung des Falls. Die Forderungen reichen von gesetzlichen Maßnahmen gegen digitale Gewalt bis hin zu einem grundlegenden gesellschaftlichen Umdenken im Umgang mit Gewalt gegen Frauen.



