Begeisterte Reaktionen auf Berliner Musicalpremiere
Mit lautem Jubel, anhaltendem Applaus und emotionalen Momenten hat das Publikum die Premiere des neuen Berliner Musicals „Wir sind am Leben“ gefeiert. Während der Aufführung im historischen Theater des Westens in der Nähe des Kurfürstendamms klatschten die Zuschauer immer wieder begeistert und stimmten teilweise sogar in die Lieder mit ein.
Prominente Gäste und 90er-Jahre-Stimmung
Unter den zahlreichen Premierengästen befanden sich bedeutende Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und Sport:
- Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner mit seiner Partnerin, Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch
- Der ehemalige Bürgermeister Klaus Wowereit
- Eislauflegende Katarina Witt
- Die frühere Kulturstaatsministerin Claudia Roth
- Regisseur Detlev Buck
- Sänger Max Raabe
Viele Besucher hatten sich passend zum Thema im Stil der 90er-Jahre verkleidet, wobei sowohl alternative Outfits als auch glamouröse Glitzerlooks zu sehen waren.
Zeitreise ins alternative Berlin nach dem Mauerfall
Das Musical „Wir sind am Leben – Das Berlin Musical“ entführt das Publikum in das chaotische und aufregende Berlin der 90er-Jahre nach dem Mauerfall. Die Produktion behandelt vielfältige Themen:
- Partys, Liebe und Leid in der schwul-lesbischen Szene
- Karrierechancen einer jungen Sängerin
- Trauer und Tod während der Aids-Krise
- Selbstfindung und Überlebenshumor
- Musikalische Vielfalt von soft bis rockig
Es handelt sich um das fünfte gemeinsame Musical des Erfolgsduos Peter Plate und Ulf Leo Sommer, die bereits mit Produktionen wie „Ku'damm 56“ und „Romeo & Julia – Liebe ist alles“ große Erfolge feierten.
Chaotische WG-Geschichten mit Tiefgang
Im Zentrum der Handlung steht eine liebenswert-chaotische Wohngemeinschaft in einem besetzten Abbruchhaus im Berliner Stadtteil Friedrichshain. Die verschiedenen Charaktere verkörpern unterschiedliche Facetten des damaligen Stadtlebens:
- Ein Künstler, der als Marlene Dietrich auftritt und an Aids erkrankt
- Sein kubanischer Freund, ein ehemaliger DDR-Tänzer auf Jobsuche
- Ein lesbisches Paar, das sich nach der Geburt eines Kindes entfremdet
- Die Sängerin Nina und ihr Bruder Mario aus der ostdeutschen Provinz
Besondere Heiterkeit beim Publikum löste der überraschende Besuch der Mutter des Geschwisterpaares aus – einer Friseurmeisterin mit blonder Dauerwelle und Leopardenjacke, die ein dunkles Geheimnis verbirgt.
Zeittypischer Humor und gesellschaftliche Themen
Der Humor des Musicals zeichnet sich durch ironische Sprüche aus, die sich wohltuend von älteren Produktionen abheben. Gesellschaftspolitische Themen wie Kolonialismus und Idealismus werden ebenso behandelt wie der Kampf gegen Rechtsradikalismus.
Typisch für die 90er-Jahre führen die Figuren ihre Beziehungsgespräche über Festnetztelefone – Handys spielen noch keine Rolle. Sex, Drogen, zwielichtige Musikmanager und ein Polizeieinsatz gehören ebenso zur Handlung wie eine esoterische Figur, die für komische Momente sorgt.
Das Musical endet zehn Jahre später zur Jahrtausendwende mit einem Wiedersehen aller Freunde bei einer Beerdigung, die trotz des traurigen Anlasses auch fröhliche Seiten zeigt.



