Georg Restle verlässt Monitor: ARD-Journalist wechselt nach Nairobi und bleibt AfD-kritisch
Restle verlässt Monitor: Wechsel nach Nairobi, AfD-Kritik bleibt

Monitor-Chef Georg Restle wechselt nach Afrika: Keine Elefantenbabys, sondern politischer Journalismus

Die Ankündigung, dass Georg Restle nach mehr als 25 Jahren das ARD-Magazin Monitor verlässt, hat im März für erhebliches Aufsehen gesorgt. Der 60-jährige Moderator und Redaktionsleiter war eines der prominentesten Gesichter des Westdeutschen Rundfunks und bekannt für seine deutliche Gegnerschaft zur AfD, die er insbesondere in sozialen Medien artikulierte. Nun zieht es den studierten Juristen beruflich nach Afrika, wo er ab dem 1. Juni die Leitung des crossmedialen ARD-Studios in Nairobi übernimmt.

Restle zur AfD: "Demokratische Freiheiten gegen ihre Feinde verteidigen"

In einem ausführlichen Interview mit der Zeit zog Restle Bilanz über seine Zeit bei Monitor und bekräftigte seine kontroverse Haltung zur AfD. Er vertritt die Ansicht, dass Positionen der rechtspopulistischen Partei nicht als gleichberechtigte Meinungen im Programm vorkommen sollten. "Der Auftrag der ARD besagt, dass wir die demokratischen Freiheiten gegen ihre Feinde verteidigen sollen", so Restle. Die öffentlich-rechtlichen Anstalten müssten dazu beitragen, dass Deutschland nie wieder in den Faschismus abgleitet. Daher könne es nicht sein, "dass wir der AfD und ihrem völkischen Nationalismus eine Bühne geben".

Gleichzeitig räumt der Journalist ein, dass er mit dieser klaren Position in der ARD "inzwischen wohl in der Minderheit" sei, auch wenn er nicht allein dastehe. Er beobachte eine zunehmende Zaghaftigkeit und den Eindruck, dass sich die Meinung durchsetze, man solle die Partei wie jede andere behandeln – solange sie nicht verboten ist. Den starken Gegenwind, den er und sein Team aufgrund der AfD-Berichterstattung erfahren, auszuhalten, sei "nichts für jeden".

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Neue Herausforderung in Nairobi: Politik statt Tierfilme

Der Wechsel nach Nairobi hat bei vielen Beobachtern für Erstaunen gesorgt. Die Zeit fragte pointiert, ob Restle künftig Reportagen über Elefantenbabys drehen werde. Doch der TV-Journalist betont entschieden: "Dafür verstehe ich mich zu sehr als Politikjournalist." Er werde aus Nairobi für knapp 40 Länder zuständig sein, viele davon Krisengebiete, und plane sicher nicht, sich in die Hängematte zu legen.

Restle begründet seinen Schritt mit der hohen Relevanz des afrikanischen Kontinents für Europa, die seiner Meinung nach "grandios unterschätzt" werde. Die neue Station passe zudem in seine Vita, da er früher bereits als Korrespondent in Moskau tätig war, als Kriegsreporter aus der Ukraine berichtete und aus Warschau sowie Nairobi sendete. "Mir war immer klar, dass ich noch einmal länger ins Ausland gehen möchte", erklärt er.

Nachfolge bei Monitor noch offen

Der Westdeutsche Rundfunk hat bislang noch keine Nachfolgerin oder keinen Nachfolger für Restle bei Monitor bekannt gegeben. Der scheidende Redaktionsleiter zeigt sich gelassen: "Kein Mensch ist unersetzlich, und das gilt ganz sicher auch für mich." Er verweist auf andere starke Journalistinnen und Journalisten in der ARD und anderswo, insbesondere im Monitor-Team.

Restles Wechsel markiert somit nicht nur einen persönlichen Neuanfang, sondern wirft auch Fragen zur künftigen Ausrichtung des ARD-Magazins und zum Umgang mit der AfD in den öffentlich-rechtlichen Medien auf. Seine klare Haltung wird in Nairobi weiterhin präsent sein, auch wenn er sich dort neuen politischen Herausforderungen widmet.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration