Emotionale Offenheit bei Hart aber fair: Isabel Schayani über Chameneis Tod
In der Talkshow Hart aber fair ließ Moderatorin Isabel Schayani (59) ihre Gefühle ungefiltert zu. Die ARD-Journalistin, deren Vater in den 1950er Jahren aus dem Iran nach Deutschland kam, reagierte auf den Tod des iranischen Ober-Ayatollahs Ali Chamenei (†86) mit einer Mischung aus Skepsis und Betroffenheit.
Ungläubigkeit und Spitznamen
Schayani gestand, den Tod zunächst nicht geglaubt zu haben. „Ich habe gedacht, das stimmt nicht. Wir haben in den letzten Wochen und Monaten so oft spekuliert!“, sagte sie. In Redaktionen kursierten bereits Witze über Chameneis Verbleib, sogar der Spitzname „Maus-Ali“ oder „Musch-Ali“ (iranisch für Ali, die Ratte) war aufgekommen. Erst die offizielle Bestätigung durch das iranische Staatsfernsehen überzeugte sie.
Zwiespältige Gefühle einer Deutsch-Iranerin
Die Moderatorin beschrieb ihre inneren Konflikte: „Da waren die Reaktionen sehr unterschiedlich. Ich erst mal so: O.k., tot ist tot.“ Während ihre iranischen Freunde vor Freude schrien und weinten, blieb Schayani nachdenklich. „Ich bin ja nur halb Iranerin, und die deutsche Hälfte hat gesagt: Wenn einer stirbt, dann muss man erst mal nachdenklich sein.“ Doch die iranische Seite erinnerte an Chameneis Opfer: „Aber die iranische Hälfte hat gesagt: Guck mal, wer da gestorben ist, wie viele Leute der auf dem Gewissen hat!“
Jubelnde Iraner in Düsseldorf
Von einem Treffen mit Anhängern von Schah-Sohn Reza Pahlavi (65) in Düsseldorf berichtete Schayani von ausgelassenen Feiern. „Die haben alle getanzt um mich herum. Sie waren völlig außer sich.“ Als kritische Nachfragerin wurde sie jedoch zur „Spaßbremse“ und sogar beschimpft. Sie warnte vor voreiligen Hoffnungen: „Man denkt, die Iraner sind jetzt alle Jubelperser. Das ist nicht so.“ Hinter dem Jubel stehe die Erleichterung nach gewaltsamen Repressionen, bei denen Anfang Januar an die 30.000 Menschen erschossen worden sein sollen.
Skeptische Zukunftsperspektiven
Abschließend äußerte Schayani Skepsis gegenüber simplen Lösungen. Die Vorstellung einer Rückkehr Pahlavis nach Teheran und friedlicher Revolutionswächter in der Schweiz sei eine „Wunschvorstellung“. Ihre Hoffnung: „Ich hoffe, dass die unglaublich große Hoffnung der Iraner nach dem Mord an Chamenei in irgendeiner Form erfüllt wird, damit nicht so viele das Land verlassen müssen und noch weniger ihr Leben verlieren.“



