Ex-Kanzler Olaf Scholz kündigt Memoiren an: Keine langweilige Lektüre versprochen
Seit knapp einem Jahr ist Olaf Scholz (67, SPD) nicht mehr im Amt des Bundeskanzlers. Beim renommierten Literaturfestival Lit.Cologne in Köln nutzte der ehemalige Regierungschef nun die Bühne, um ein bedeutendes Projekt anzukündigen: Er arbeitet intensiv an seinen Memoiren, die bereits im Jahr 2027 erscheinen sollen.
Ein Buch, das nicht langweilen soll
Auf die Frage nach seinem Fortschritt beim Schreiben antwortete Scholz selbstbewusst: „Das läuft sehr gut.“ Besonders bemerkenswert ist sein literarischer Anspruch: „Ich hab’ mir ganz fest vorgenommen, dass das Buch auf keiner Seite langweilig ist.“ Diese Aussage wirkt wie ein kleines Beben in der Literaturwelt, denn der SPD-Politiker ist eher für seine hanseatische Nüchternheit und präzise, manchmal gestanzte Formulierungen bekannt – Eigenschaften, die ihm den Spitznamen „Scholzomat“ eingebracht haben.
Darüber hinaus hat Scholz einen weiteren klaren Anspruch an sein Werk formuliert: Es soll kein Buch werden, das nur verschenkt und dann ungelesen im Regal verstaubt. Stattdessen möchte er eine Lektüre schaffen, die tatsächlich gelesen und wertgeschätzt wird – kein Pflichtgeschenk für Parteifreunde, das neben dem Koalitionsvertrag liegen bleibt.
Inhaltliche Ausrichtung und persönliche Inspiration
Zum Inhalt seiner Memoiren sagte Scholz, dass es sich um „Erinnerungen handeln soll, die sich mit der Politik beschäftigen“. Diese Aussage wirft jedoch Fragen auf, denn der ehemalige Kanzler war in der Vergangenheit – insbesondere vor Untersuchungsausschüssen zu Finanzgeschäften aus seiner Zeit als Hamburger Bürgermeister – dafür bekannt, sich an bestimmte Details nicht erinnern zu können.
Inspiration von seiner Amtsvorgängerin Angela Merkel (71, CDU), die mit ihrer Biografie einen Bestseller landete, hat sich Scholz bislang nicht geholt. Er gab gegenüber der „Rheinischen Post“ zu, ihr Buch „noch nicht“ gelesen zu haben. Ebenso wenig hat er den Roman seines ehemaligen Vizekanzlers Robert Habeck (56, Grüne) zur Hand genommen.
Scholz als leidenschaftlicher Leser
In Köln betonte Scholz jedoch, dass er selbst ein leidenschaftlicher Leser sei. Selbst während seiner Regierungsämter habe er regelmäßig gelesen, beispielsweise auf Flügen. Das Lesen helfe ihm, die Welt besser zu verstehen. „Manchmal werden mir beim Lesen auch die Augen feucht“, gestand der Ex-Kanzler. „So abgestumpft möchte ich auch nicht sein, dass es mich nicht mehr berührt.“
Vielleicht werden die Leser den ehemaligen Bundeskanzler besser verstehen, wenn sie sein Buch erst einmal in den Händen halten. Der geplante Erscheinungstermin 2027 zeigt, dass Scholz ambitioniert vorgeht: „Also, es geht schnell.“ Ein Tempo, das man durchaus als „Scholz-schnell“ oder im neuen „Deutschland-Tempo“ bezeichnen könnte.
Die Ankündigung seiner Memoiren auf der Lit.Cologne sorgt bereits jetzt für gespannte Erwartung in politischen und literarischen Kreisen. Ob Scholz sein Versprechen eines nicht langweiligen Buches einlösen kann, wird sich in gut einem Jahr zeigen.



