Streaming-Highlights im April 2026: Von Euphoria bis isländischem Thriller
Jeden Monat bietet der Streamingmarkt neue Serien, Filme und Dokumentationen – im April 2026 warten besonders spannende Highlights auf die Zuschauer. Von der lang erwarteten Rückkehr einer Kultserie bis hin zu mutigen neuen Produktionen zeigt sich die Vielfalt der Streaming-Angebote.
Die großen Serien-Highlights des Monats
Euphoria startet in die letzte Runde: Nach vier Jahren Pause kehrt die preisgekrönte Coming-of-Age-Serie mit ihrer dritten und finalen Staffel zurück. Die Serie um Zendaya, Sydney Sweeney und Jacob Elordi, die 2019 mit ihrer düsteren Ästhetik und schonungslosen Themenbehandlung zum Riesenerfolg wurde, zeigt ihre Figuren nun nach der Schulzeit. Der Trailer deutet einen Kurswechsel Richtung kalifornische Sonne und Actionkrimi an, während Showrunner Sam Levinson von der bislang besten Staffel spricht. Ab 13. April ist die Serie bei HBO Max und Wow (Sky) verfügbar.
Isländische Thriller-Mischung: In der Arte-Mediathek startet ab 16. April die Serie „Reykjavík Fusion“, die beim Serienfestival in Cannes als isländische Mischung aus „Breaking Bad“ und „The Bear“ gefeiert wurde. Die Geschichte folgt Jónas, der nach einer Haftstrafe wegen Versicherungsbetrugs mit schmutzigem Geld eines Ex-Mitinsassen ein Restaurant eröffnet und dabei in die Unterwelt Reykjavíks gezogen wird.
Mutiger Blick auf digitale Sexarbeit: Bei Apple TV+ startet ab 15. April die Dramedy-Serie „Only Margo“ mit Elle Fanning in der Hauptrolle. Die Serie nach dem US-Bestseller zeigt eine ungeplant schwangere Zwanzigjährige, die ihre geplante Schriftstellerkarriere abbrechen muss und als Ausweg eine außerirdische OnlyFans-Persona erfindet – irgendwo zwischen Kunst und Porno. Unterstützung erhält sie von ihrem entfremdeten Vater, einem ehemaligen Pro-Wrestler (Nick Offerman), und ihrer Mutter, einer Ex-Hooters-Kellnerin (Michelle Pfeiffer).
Weitere bemerkenswerte Neuerscheinungen
Politthriller bei Mubi: Abseits des Mainstreams bietet Mubi ab 17. April mit „The Secret Agent“ einen packenden Politthriller aus Brasilien. Regisseur Kleber Mendonça Filho, oscarnominiert für seinen Film, zeigt eine Welt, in der Menschenleben wenig zählen, und rechnet mit dem Totalitarismus der brasilianischen Militärdiktatur ab – ein Film, der laut SPIEGEL-Redakteur Lars-Olav Beier „aktueller nicht sein könnte“.
Forensik in Hochglanz: Bei Prime Video übernimmt Nicole Kidman in der Serie „Scarpetta“ die Rolle der Forensikerin Kay Scarpetta, die in 29 Mystery-Romanen von Patricia Cornwell zur Hauptfigur wurde. Nach gescheiterten Projekten mit Demi Moore und Angelina Jolie in den vergangenen Jahrzehnten wird die Figur nun endlich verfilmt – als sogenannter „Prestige Trash“, also schnell konsumierbare Unterhaltung mit großen Namen und schicker Aufmachung.
Umfangreiche Streaming-Übersicht für April
Neben diesen Highlights bietet der April 2026 ein umfangreiches Programm bei allen großen Streaming-Diensten:
- Netflix: Startet unter anderem mit der vierten Staffel von „Liebe im Spektrum“ (1.4.), der dritten Staffel von „XO, Kitty“ (2.4.), der zweiten Staffel der koreanischen Actionserie „Bloodhounds“ (3.4.) und der zweiten Staffel der deutschen Thrillerserie „Crooks“ mit Frederick Lau (14.4.).
- Amazon Prime Video: Bringt die fünfte und finale Staffel von „The Boys“ (8.4.), die sechste Staffel von „The Handmaid's Tale“ (8.4.) und das Kinofortsetzung „Stromberg – Wieder alles wie immer“ (5.4.).
- Disney+: Startet mit „Star Wars: Maul – Shadow Lord“ (6.4.), der Fortsetzungsserie „Malcolm Mittendrin: Unfair wie immer“ (10.4.) und der romantischen K-Dramaserie „Perfect Crown“ (10.4.).
- ARD- und ZDF-Mediathek: Bieten unter anderem den zweiteiligen Abschied des Münchner „Tatort“-Duos Batic und Leitmayr (5.4.), die britische Thrillerserie „Night Sleeper“ (17.4.) und die zehnteilige Abenteuerserie „Nautilus“ frei nach Jules Vernes Kapitän Nemo (3.4.).
Kritische Betrachtungen aktueller Produktionen
Dokumentationen zwischen Tiefgang und Oberflächlichkeit: Während die Netflix-Dokumentation „Becoming Shirin David“ laut SPIEGEL-Mitarbeiter Arno Frank „wirklich beeindruckend so gut wie gar nichts“ erzählt, zeigt der ZDF-Dreiteiler „Mesut Özil – Zu Gast bei Freunden“ eine differenzierte Auseinandersetzung. Die Dokumentation rekonstruiert nicht nur die eindrückliche fußballerische Karriere des Deutschtürken, sondern zeigt auch, wie die Stimmung in Deutschland von einem vermeintlich offenen Einwanderungsland in offenen Rassismus kippte – eine Thematik, die laut SPIEGEL-Redakteur Jörn Meyn auch 2026 noch relevant bleibt.
Aktuelle Streamingtipps aus dem Archiv: In der Arte-Mediathek ist bis 7. April der Thriller „Die Aussprache“ zu sehen, der die Gewalt gegen Frauen thematisiert und damit eine ideale filmische Ergänzung zur deutschlandweiten Debatte über digitale Gewalt gegen Frauen darstellt. Der Film von Sarah Polley behandelt den Fall einer mennonitischen Kolonie in Bolivien, wo zwischen 2005 und 2009 mehr als 100 Frauen vergewaltigt wurden, und imaginiert einen Prozess, in dem ausschließlich Betroffene zu Wort kommen.
Der April 2026 zeigt damit die ganze Bandbreite des modernen Streamings: Von Mainstream-Unterhaltung über mutige gesellschaftliche Themen bis hin zu kritischen Auseinandersetzungen mit aktuellen Debatten bietet der Monat für jeden Geschmack und jedes Interesse passende Inhalte.



