Italienischer Fußballverband nach WM-Desaster im Umbruch
Die italienische Fußballnationalmannschaft hat ihr drittes Weltmeisterschaftsturnier in Folge verpasst – und die Konsequenzen sind dramatisch. Nach dem Playoff-Finale gegen Bosnien und Herzegowina, das im Elfmeterschießen mit 1:4 verloren ging, ist der Präsident des italienischen Fußballverbands (FIGC), Gabriele Gravina, von seinem Amt zurückgetreten.
Politische Forderungen und Verbandsentscheidung
Die FIGC gab am Donnerstag nach einer Sondersitzung des Präsidiums bekannt, dass Gravina seinen Rückzug erklärt habe. Dieser Schritt wurde auch von der Politik gefordert, insbesondere von Sportminister Andrea Abodi, der einen Neuanfang für den italienischen Fußball verlangte. Die zweitstärkste Regierungspartei Lega hatte ebenfalls den Rücktritt des Verbandspräsidenten gefordert.
Am 22. Juni soll auf einer außerordentlichen Verbandsversammlung ein neuer FIGC-Präsident gewählt werden. Gravina informierte während eines Treffens die Vertreter der Serie A, Serie B, Lega Pro sowie der Spieler- und Trainerverbände über seine Entscheidung.
Nationaltrainer Gattuso vor dem Aus
Mit dem Rücktritt von Gravina steht auch Nationaltrainer Gennaro Gattuso vor dem Ende seiner Amtszeit. Wie unter anderem die Nachrichtenagentur AP berichtet, läuft die Suche nach einem neuen Coach bereits im Hintergrund. Als potenzielle Kandidaten werden genannt:
- Roberto Mancini
- Simone Inzaghi
- Antonio Conte
- Massimiliano Allegri
Die wiederholten WM-Pleiten wiegen schwer, obwohl Italien unter Gravinas Führung 2021 die Europameisterschaft gewann. Bereits 2018 und 2022 scheiterte die Squadra Azzurra in den WM-Playoffs gegen Schweden und Nordmazedonien. Die WM-Sorgen des viermaligen Weltmeisters reichen sogar bis 2010 und 2014 zurück, als das Team bereits in der Gruppenphase ausschied.
Historischer Kontext und Zukunftsperspektiven
Gravina hatte den Verband 2018 übernommen, nachdem sein Vorgänger Carlo Tavecchio ebenfalls nach einer verpassten WM zurückgetreten war. Die aktuelle Krise zeigt, dass der italienische Fußball dringend reformiert werden muss. Sportminister Abodi betonte: „Es ist für alle offensichtlich, dass der italienische Fußball reformiert werden muss und dieser Prozess muss mit einer neuen Führung beim FIGC beginnen.“
Die kommenden Wochen werden entscheidend sein für die Zukunft des italienischen Fußballs. Die Wahl eines neuen Verbandspräsidenten und die Ernennung eines neuen Nationaltrainers markieren den Beginn eines schwierigen Neuanfangs.



