Bayer Leverkusen: Trainer Hjulmand hält sich bis Saisonende – Trennung im Sommer wahrscheinlich
Leverkusen: Hjulmand bleibt bis Saisonende, dann wohl Trennung

Bayer Leverkusen: Trainer Hjulmand bleibt bis Saisonende – Trennung im Sommer wahrscheinlich

In einer zunehmend besorgniserregenden sportlichen Entwicklung bei Bayer Leverkusen hält Sportdirektor Simon Rolfes vorerst an Trainer Kasper Hjulmand fest – zumindest bis zum Ende der aktuellen Saison. Danach deutet jedoch vieles darauf hin, dass sich die Wege des dänischen Trainers und des Bundesligisten wieder trennen werden.

Rolfes versucht, die Gegenwart zu beruhigen

Was ohnehin als wahrscheinlichste Option galt, bekräftigte Simon Rolfes zu Wochenbeginn demonstrativ und nahm damit aufkommenden Spekulationen vorerst den Wind aus den Segeln. „Ein Trainerwechsel ist kein Szenario, mit dem wir uns beschäftigen“, erklärte der Sportchef des Werksklubs gegenüber der Bild-Zeitung. „Für uns ist klar: Wir wollen in dieser Konstellation erfolgreich sein.“ Solche Sätze fallen im Profifußball häufig, wenn Unruhe herrscht – klar in der Form, aber begrenzt in ihrer Halbwertszeit.

In Rolfes‘ Worten lag vor allem der Versuch, die gegenwärtige instabile Situation zu beruhigen. Diese hat sich mittlerweile derart verschärft, dass der 44-Jährige bereits zum zweiten Mal in dieser Saison Fragen nach der Trainerposition beantworten muss. Rechnerisch sind die Saisonziele zwar noch erreichbar, doch es fehlt zunehmend der Glaube daran. Das jüngste 3:3-Unentschieden in Heidenheim wirkte wie eine Zusammenfassung aller aktuellen Defizite der Mannschaft.

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Besorgniserregende Zahlen und Entwicklungen

Stabilität, Mentalität, Konzentration, Frische und Abgezocktheit – die Liste der Mängel war am Samstag in Heidenheim wieder einmal lang, die Enttäuschung entsprechend groß. Für Hjulmand bedeutet dies eine merkwürdige Zeit: Öffentlich ist seine Position durch Rolfes‘ Aussagen gestärkt, eine Jobgarantie bis Saisonende lässt sich ableiten. Intern jedoch hat die Bewertung längst begonnen.

Es ist jene Phase, in der ein Klub zwei Ebenen parallel bedient: das nach außen vermittelte Vertrauen in den Trainer und die interne Prüfung nach geeigneten Alternativen. Der Ausgang bleibt offen, doch eine Tendenz zeichnet sich deutlich ab. Die Stimmung ist angespannt, nachdem bereits der Wechsel von Erik ten Hag zu Hjulmand den erhofften nachhaltigen Effekt schuldig blieb.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache:

  • In der Rückrunde holte der Vizemeister aus zehn Partien nur 14 von 30 möglichen Punkten
  • Im Kalenderjahr 2026 stehen lediglich vier Siege aus zwölf Bundesliga-Spielen
  • Wettbewerbsübergreifend wurde nur eine der letzten neun Begegnungen gewonnen
  • Speziell gegen Mannschaften aus dem unteren Tabellendrittel ließ Leverkusen zu viele Punkte liegen

Das Heidenheim-Spiel als Blaupause der Probleme

Das Match in Heidenheim erschien wie eine Blaupause der vergangenen Monate: keine Konstanz, zu selten echte Dominanz, kaum spürbares Feuer. Dazu gesellten sich die inzwischen bekannten Probleme:

  1. Ideenarmut im letzten Spieldrittel
  2. Mangelnde Durchschlagskraft
  3. Wiederkehrender Kontrollverlust gegen vermeintlich schwächere Gegner
  4. Akute Defizite in Teamchemie und Zusammenhalt

„Wenn das so leicht wäre, dann wäre es auch leicht, Trainer zu sein“, antwortete der 53-jährige Hjulmand vergangenes Wochenende einigermaßen ratlos auf die Frage nach den Gründen für den erneuten Einbruch seiner Mannschaft. Wirklich überzeugende Argumente, weshalb nach Wochen erschreckender Auftritte noch ein nachhaltiger Turnaround gelingen sollte, konnten weder Hjulmand noch Rolfes liefern.

Trennung im Sommer gilt als wahrscheinlich

Mehrere Medien berichten übereinstimmend, dass zwischen Hjulmand und Bayer Leverkusen vieles auf eine Trennung nach Saisonende hinausläuft. Zwar waren Rückschläge in dieser Umbruchssaison einkalkuliert, aber die Art und Weise der vergangenen Monate lässt sich mittlerweile nur noch schwer anders einordnen.

Was als Neuanfang geplant war, erscheint nun wie eine Übergangslösung – ein Ende der Zusammenarbeit nach der Saison gilt im Prinzip als unausweichlich. Bayer-Boss Fernando Carro verfolgt ambitionierte Ziele, gedacht wird in Titeln und an eine baldige Rückkehr in den Meisterkampf. Innerhalb des Klubs mehren sich jedoch die Zweifel, ob dieser Anspruch mit Hjulmand umzusetzen ist.

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Erste Nachfolger-Kandidaten im Gespräch

Nach Informationen von Sky gilt: Sollte Leverkusen im Sommer eine überzeugende Alternative finden, dürfte das Kapitel Hjulmand beendet werden. Auch der kicker argumentiert in eine ähnliche Richtung, sieht die sportliche Führung unter Zugzwang und bezeichnet Hjulmand, dessen Vertrag eigentlich bis 2027 gültig ist, als „Projekt ohne Zukunft“.

Erste Namen möglicher Nachfolger kursieren bereits. Demnach soll Fabian Hürzeler, derzeit bei Brighton & Hove Albion in der Premier League tätig, aufmerksam beobachtet werden. Parallel prüft Leverkusen weitere Optionen. Für Hjulmand bliebe nur noch der Anker einer großen Wende – eine Serie von Ergebnissen und Auftritten, die den negativen Trend umkehrt. Doch nach den jüngsten Monaten fällt es schwer, zuversichtlich zu sein, zumal das Restprogramm mit Gegnern wie Borussia Dortmund, VfB Stuttgart und RB Leipzig wenig Anlass zur Hoffnung bietet.