TV-Chef stolpert bei Olympia-Eröffnung: Rücktritt nach peinlicher Moderation
TV-Chef tritt nach Olympia-Pannen zurück

TV-Chef stolpert bei Olympia-Eröffnung: Rücktritt nach peinlicher Moderation

Was als stolzer Moment für Italien gedacht war, endete in einem Desaster für den verantwortlichen TV-Chef. Paolo Petrecca (61), der Sportchef des italienischen Senders Rai, hat nach einer Serie von peinlichen Pannen während der Eröffnungsfeier der Winterspiele in Mailand seinen Rücktritt eingereicht. Die Übertragung aus dem San-Siro-Stadion geriet zu einer regelrechten Kommentatoren-Blamage, die im eigenen Haus zu massiver Kritik führte.

Eine Kette von Patzern

Die Liste der Fehler während der Live-Übertragung ist lang und beschämend. Petrecca verwechselte den US-Superstar Mariah Carey mit der italienischen Schauspielerin Matilda De Angelis. Auf der Ehrentribüne hielt er IOC-Präsidentin Kirsty Coventry für die Tochter des italienischen Staatspräsidenten Sergio Mattarella. Als das brasilianische Team ins Stadion einlief, kommentierte er, die Brasilianer hätten eben "den Tanz im Blut" – eine Aussage, die als klischeehaft und unangemessen kritisiert wurde.

Besonders peinlich war der Moment, als das olympische Feuer von mehreren Volleyballerinnen und Volleyballern ins Stadion getragen wurde. Petrecca erkannte nur eine einzige Spielerin, obwohl darunter amtierende Doppel-Weltmeister und Olympiasiegerinnen waren. Diese Fehlleistungen führten zu einer vergifteten Stimmung in der Redaktion und zu massiven internen Protesten.

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Interne Rebellion und Konsequenzen

Schon während der Sendung war die Kritik riesig. Gewerkschaften im eigenen Haus sprachen von einer "Blamage" und drohten sogar mit Streikmaßnahmen. Medienberichten zufolge warfen Arbeitnehmervertreter Petrecca vor, "sich den Job selbst gegeben und dann gezeigt zu haben, völlig ungeeignet dafür zu sein". Die Situation eskalierte derart, dass der Sportchef nur knapp zwei Wochen nach der Eröffnungsfeier die Konsequenzen ziehen musste.

Interessant ist dabei die Vorgeschichte: Ursprünglich war der erfahrene Kommentator Auro Bulbarelli für die Moderation der Eröffnungsfeier vorgesehen. Dieser wurde jedoch kurz zuvor von dieser Aufgabe entbunden, nachdem er Details über einen Überraschungsauftritt von Präsident Mattarella verraten hatte. So griff Petrecca selbst zum Mikrofon – mit dem bekannten desaströsen Ergebnis.

Kryptische Reaktion und Nachfolge

Kurz nach seinem Rücktritt postete Petrecca auf Instagram ein Gemälde vom Apostel Matthäus mit einem Satz aus dem Matthäus-Evangelium, der Jesus beim letzten Abendmahl zugeschrieben wird: "Wahrlich, ich sage euch: Einer unter euch wird mich verraten." Wen er damit genau meinte, ließ er offen – eine kryptische Reaktion auf das Ende seiner Karriere als Rai-Sportchef.

Für die Abschlussfeier der Winterspiele in Verona am Sonntagabend wird nun ein anderer Journalist das Mikrofon übernehmen. Die Olympia-Übertragungen des italienischen Senders Rai sollen damit einen Neuanfang erfahren, nachdem die Eröffnungsfeier zu einem medialen Fiasko geworden war.

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