Exklusiv: Gefeuerte TV-Moderatorinnen brechen ihr Schweigen – Was sie dem ZDF vorwerfen
Bei vielen TV-Sendern herrscht derzeit ein spürbarer Umschwung, und einige beliebte Gesichter müssen ihre Moderationsposten räumen. Im ZDF-Format hallo Deutschland kommt es gleich zu drei Rauswürfen auf einmal. Nun äußern sich zwei der betroffenen Moderatorinnen erstmals öffentlich in einem exklusiven Interview.
Wie haben sie von ihrer Kündigung erfahren?
Lissy Ishag führte seit Juli 2013 durch das tägliche Boulevardmagazin hallo Deutschland, das seit 1997 über die TV-Bildschirme flimmert. Kürzlich gab das ZDF bekannt, dass ab Sommer 2026 Marvin Fischer (39) und Sandra Maria Gronewald (49) das Format übernehmen werden. Tim Niedernolte (47), Babette von Kienlin (63) und Lissy Ishag (47), die bislang zum festen Team gehörten, sind dann nicht mehr dabei.
Lissy Ishag sagt dazu: "Von der Entscheidung wusste ich schon länger, das ist das Berufsrisiko, dass man leicht ersetzt werden kann. Dessen bin ich mir natürlich bewusst." Doch die sympathische Moderatorin kritisiert deutlich die Kommunikation des Senders: "Was nicht schön war, war die Kommunikation rund um dieses Thema. Das muss man so deutlich sagen. Vieles habe ich nur auf Nachfrage erfahren und auch wenn Arbeitgeber keine guten Neuigkeiten haben, kann man wertschätzend und empathisch kommunizieren."
Abschließend fügt sie hinzu: "Ich werde ab sofort nicht mehr im ZDF zu sehen sein, freue mich aber auf spannende neue Aufgaben und bin sehr glücklich, wieder als Radiomoderatorin bei Radio mixtape zu arbeiten."
Babette von Kienlin zeigt sich verständnisvoller
Auch für Babette von Kienlin endet die Zeit bei hallo Deutschland im Sommer. Sie äußert sich jedoch neutraler als ihre Kollegin: "Die Nachricht gestern hat mich nicht überrascht, da das ZDF uns bereits vor zwei Jahren über diese Umstrukturierung informiert und begleitet hat. Ich bin dankbar und fröhlich, dass ich seit 1987 für das ZDF arbeiten darf. Und noch bin ich dabei!"
Tim Niedernolte hat bislang nicht auf Nachfragen reagiert. Das ZDF begründet die Personalentscheidung mit einer strategischen Neuausrichtung: "Mit der Reduzierung auf zwei prägende Köpfe erhofft sich das ZDF eine noch höhere Wiedererkennbarkeit für das Format."
Medienexperte erklärt die Branchenrealität
Auch bei anderen TV-Sendern kam es in den vergangenen Wochen zu Personalveränderungen. RTL-Gesichter wie Annett Möller (47) und Annika Lau (47) hatten öffentlich um ihre Moderationsjobs getrauert, nachdem der Sender 600 Stellen gestrichen hatte. Beim SWR sprach Tigerenten Club-Moderatorin Laura Knöll (34) nach ihrer Kündigung von einem "ganz schlimmen Liebeskummer".
Medienexperte Ferris Bühler erklärt: "Unter freiberuflichen Moderatoren, die projektbasiert arbeiten, herrscht eine große Unsicherheit. Das macht plötzliche Kündigungen aber nicht weniger schockierend. Zwar spüren viele im Vorfeld, dass sich etwas verändert, beispielsweise durch weniger Einsätze oder eine andere Tonalität im Umgang, aber die eigentliche Entscheidung fällt meist hinter verschlossenen Türen und ist dann nicht mehr verhandelbar. Wenn sie kommuniziert wird, kommt sie für die Betroffenen deshalb trotz Vorzeichen oft überraschend und trifft sie entsprechend hart."
Die Entwicklungen zeigen, dass der deutsche TV-Markt im Wandel begriffen ist, mit teils harten Konsequenzen für langjährige Moderatoren.



