Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) wird persönlich zum Eurovision Song Contest 2026 in Wien reisen, um den israelischen Beitrag zu unterstützen. Dies gab er am Rande eines Treffens der europäischen Kulturminister in Brüssel bekannt. „Es ist kein Ort, wo politische Dinge in dieser Dimension eine Rolle spielen sollten“, betonte Weimer. Er freue sich sehr, dass Israel am Wettbewerb teilnehmen dürfe, und wolle sich daher vor Ort den israelischen Sänger Noam Bettan anhören.
Israels Teilnahme trotz Boykott
Israel tritt beim diesjährigen ESC mit dem Popsong „Michelle“ von Noam Bettan an. Deutschland wird durch Sarah Engels mit dem Lied „Fire“ vertreten, das Weimer in seiner Rede nicht erwähnte. Der Wettbewerb findet trotz anhaltender Kritik statt: Mehrere Länder, darunter Spanien und die Niederlande, haben als Reaktion auf das israelische Vorgehen im Gazastreifen nach dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 einen Boykott angekündigt. Zudem werden Proteste und Störaktionen erwartet.
Debatte um Ausschluss
Im Vorfeld war intensiv diskutiert worden, ob Israel vom ESC ausgeschlossen werden sollte. Die Mitgliedssender der Europäischen Rundfunkunion (EBU) entschieden sich jedoch im Dezember mehrheitlich gegen einen Ausschluss. Weimer hatte sich dafür eingesetzt, dass Israel teilnehmen kann. „Die Sender sind autonom, aber ich bin froh, dass sich am Ende eine deutliche Mehrheit für die Offenheit, für die Toleranz und für das einigende Band der Musik entschieden hat“, erklärte der Kulturstaatsminister. Das Interesse am ESC sei gewaltig. „Ich glaube, wir können uns auf einen ESC freuen, der ein ganz großes Musikfest ist“, so Weimer.



