Eine Weltkarte der Berühmtheiten: Namen ersetzen Städte
Eine außergewöhnliche interaktive Karte verwandelt unseren vertrauten Blick auf den Globus grundlegend. Städtenamen sucht man hier vergebens – stattdessen dominieren die Namen berühmter Persönlichkeiten die geografische Darstellung. Diese innovative Visualisierung macht sichtbar, wo bekannte Menschen geboren wurden und wer an welchem Ort als prominenteste Figur gilt.
Von Picasso bis Björk: Prominente statt Ortsnamen
Schon beim ersten Öffnen der Karte fallen Namen wie Pablo Picasso oder Mahatma Gandhi ins Auge. Der finnische Entwickler Topi Tjukanov hat mit seiner „Notable-People“-Karte ein Werkzeug geschaffen, das geografisches Wissen mit persönlicher Bekanntheit verbindet. Der Nutzer kann den Erdball beliebig rotieren und zoomen, um auf den Spuren historischer und zeitgenössischer Persönlichkeiten zu wandern.
Die Größe der Namen verrät den Bekanntheitsgrad – nicht die Bedeutung des Geburtsortes. Je größer und dicker ein Name erscheint, desto berühmter ist die dargestellte Person. Diese visuelle Hierarchie schafft sofortige Orientierung und ermöglicht interessante Entdeckungen.
Wissenschaftliche Grundlage: Algorithmen analysieren Wikipedia-Daten
Aber wie entsteht dieses Ranking der Berühmtheit? Die Antwort liegt in einer umfangreichen Datenbank, die eine Gruppe von Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlern um die Sorbonne-Forscherin Morgane Laouenan erstellt hat. Verschiedene Algorithmen analysieren dabei die freien Quellen Wikipedia und Wikidata, um ein objektives Bild der weltweiten Bekanntheit zu zeichnen.
Das zugrundeliegende Datenset umfasst etwa 2,2 Millionen Personen – nach Angaben der Forschenden eine Auswahl von 1/43.000 aller Menschen, die jemals gelebt haben. Für jeden geografischen Ort wird jedoch nur die Persönlichkeit mit dem höchsten Bekanntheitsgrad angezeigt, was zu faszinierenden lokalen Dominanzen führt.
Deutsche Beispiele: Von Kaisern bis Schauspielern
In Berlin erscheint beispielsweise der letzte Deutsche Kaiser Wilhelm II. als prominenteste Figur. Doch in den Stadtteilen übernehmen Schauspieler die Führungsposition: Marlene Dietrich in Schöneberg, Hardy Krüger im Wedding und Inge Meysel in Neukölln. Weitere deutsche Beispiele zeigen James Last bei Bremen, Erich Kästner bei Dresden und Richard Wagner bei Leipzig.
Internationale Entdeckungen warten ebenfalls: Wussten Sie, dass Jean-Jacques Rousseau in Genf geboren wurde? Und wer genießt die größte Bekanntheit in Island? Richtig – die Sängerin Björk dominiert dort die Karte.
Benutzerfreundliche Funktionen und Filteroptionen
Die Karte bietet praktische Funktionen für alle Nutzer. Wer den Ort zu einem Namen nicht erkennt, kann im Menü auf „Show real place names“ klicken und so zwischen Personen- und Ortsnamenansicht wechseln. Vier Filtereinstellungen ermöglichen zudem die gezielte Anzeige von Persönlichkeiten aus bestimmten Bereichen.
Ein besonderer Tipp: Das Datenjournalismus-Magazin „The Pudding“ bietet eine eigene US-Personenkarte, die Topi Tjukanov nach eigenen Angaben zu seiner Welt-Personenkarte „Notable People“ inspiriert hat. Diese regionale Variante lohnt ebenfalls einen Besuch für alle, die sich für amerikanische Persönlichkeiten interessieren.
Diese innovative Karte verbindet Geografie mit persönlicher Geschichte und schafft so ein völlig neues Verständnis unserer Welt – nicht durch Städte und Länder, sondern durch die Menschen, die sie geprägt haben.



