YouTuber 'Der Dunkle Parabelritter' beendet Zusammenarbeit mit ARD/ZDF-Jugendangebot 'funk'
YouTuber verlässt ARD/ZDF-Jugendangebot 'funk' nach Kritik

YouTuber 'Der Dunkle Parabelritter' beendet Zusammenarbeit mit ARD/ZDF-Jugendangebot 'funk'

Der bekannte YouTuber Alexander Prinz, der unter dem Pseudonym "Der Dunkle Parabelritter" auftritt, hat seine zweijährige Zusammenarbeit mit dem Jugendangebot "funk" von ARD und ZDF beendet. Seit dem 1. März 2026 betreibt der Content Creator aus Querfurt seinen Kanal wieder vollständig unabhängig und steht damit nicht mehr unter dem Dach des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

Kritik an Bürokratie und Strukturen des ÖRR

In einem aktuellen Video mit dem Titel "Meine Abrechnung" zieht Prinz eine durchwachsene Bilanz der vergangenen zwei Jahre. "Manchmal ist Schlussmachen einfach die beste Option", erklärt der YouTuber deutlich. Ein zentraler Kritikpunkt ist der immense Verwaltungsaufwand, der mit der Produktion von Videos für "funk" verbunden war.

Prinz beschreibt detailliert die bürokratischen Hürden:

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  • Für jedes Video mussten umfangreiche Dokumentationen erstellt werden
  • Jeder Schnitt und jedes Wort musste protokolliert werden
  • Für jeden genannten Fakt waren Quellennachweise erforderlich
  • Die Dokumentationen wurden anschließend vom MDR geprüft

"Ich musste einen waschechten ITler eine Excel-Liste entwickeln lassen, damit diese Dokumentationen korrekt notiert werden konnten", berichtet Prinz. Der schriftliche Aufwand für einzelne Beiträge sei teilweise enorm gewesen.

Systemkritik und Modernisierungsunfähigkeit

Der YouTuber übt grundsätzliche Kritik an den Strukturen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. "Es gibt im Grunde für alles Vorschriften und Abläufe, die eingehalten werden müssen", stellt Prinz fest und fügt hinzu: "Aber es geht nicht darum, keine Fehler zu machen, sondern vielmehr darum, dass niemand allein für etwas verantwortlich ist."

Bereits vor der Zusammenarbeit habe er sich gefragt, ob er den ÖRR verändern könne. Sein ernüchterndes Fazit: "Keinen Millimeter, wirklich kein einziges winziges kleines bisschen. Der ÖRR kann sich nicht modernisieren."

Positives und Zukunftspläne

Trotz der scharfen Kritik hebt Prinz einen positiven Aspekt hervor: Eine inhaltliche Zensur habe es nie gegeben. "'Funk' hat mir und meinem Team nie verboten, ein Thema aufzugreifen", betont er.

Rückblickend bezeichnet der YouTuber den Schritt zu "funk" sogar als sinnvoll: "Ich weiß jetzt, was ich nicht will. Ich hatte Hoffnungen, die sich nicht erfüllt haben. Vielleicht waren die im Vorfeld auch zu unrealistisch."

Für die Zukunft plant Alexander Prinz:

  1. Weitere Veröffentlichung seiner Inhalte auf YouTube
  2. Finanzierung über die Plattform "Steady" mit Abo-Modell
  3. Wöchentlicher Newsletter "Parabel Post" für Unterstützer

Mittlerweile haben sich bereits über 1.300 Personen für den Newsletter angemeldet, in dem Prinz und sein Team politische, gesellschaftliche und kulturelle Zusammenhänge jenseits der Algorithmen erklären wollen.

Kritik an etablierten Medien

Prinz bleibt bei seiner Einschätzung, dass etablierte Medien YouTuber nicht ernst nehmen würden. "Man bedient sich immer mehr an Geschichten aus dem Internet, aber hat nach wie vor Arroganz dem gegenüber", kritisiert der Content Creator.

Besonders am Jugendangebot "funk" übt er Kritik: Das Netzwerk habe den schwierigen Auftrag, junge Zielgruppen anzusprechen, während das Publikum ständig älter werde. "Du kannst eine Marke nicht alle drei, vier Jahre komplett neu umbauen, damit sie wieder hip ist", so sein Fazit.

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