ZDF-Fernsehrat untersucht KI-Fake-Vorfall intensiv
Der KI-Skandal im "heute journal" des ZDF entwickelt sich zu einem bedeutenden Fall für den Fernsehrat des Senders. Gleich drei Gremiensitzungen im März werden sich mit dem Vorfall vom 15. Februar beschäftigen, bei dem ein gefälschtes KI-Video ausgestrahlt wurde. Die 60 Mitglieder des Fernsehrats nehmen das manipulierte Video nun intensiv unter die Lupe.
Detaillierte Prüfung in Ausschüssen und Plenum
Fernsehratsvorsitzende Gerda Hasselfeldt (75, CSU) teilte mit, dass sie entschieden habe, "die eingegangenen Beschwerden gesammelt zu behandeln". Am 5. März werden sich bereits zwei Ausschüsse mit dem kontroversen Material befassen. Der Ausschuss für Finanzen, Innovation und Digitalisierung sowie der Ausschuss für Programmdirektion nehmen sich des Themas an.
Obwohl der zweite Ausschuss formal nicht zuständig ist, erklärt Mitglied Dr. Irene Vorholz: "Wegen der Tragweite wird sich auch dieser Ausschuss damit kritisch befassen." Das gefälschte Video zeigte angeblich ICE-Mitarbeiter in den USA, die eine Mutter abführten, während sich ihr Kind an sie klammerte.
Vollversammlung am 13. März
Am 13. März steht das Fake-Video schließlich auf der Tagesordnung der Vollversammlung des Fernsehrates. Gerda Hasselfeldt kündigte an: "Wir werden die dezidierte Aufarbeitung des Vorgangs kritisch begleiten und darauf hinwirken, dass Prozesse so optimiert werden, dass sich ein solcher Vorfall nicht wiederholen kann."
Ausschussmitglied Petra Wassermann (70) bezeichnet die Angelegenheit als "sehr gravierend", die zudem gegen ZDF-Standards zur Berichterstattung verstoße.
Politiker fordern lückenlose Aufklärung
Sachsen-Anhalts Justizministerin Franziska Weidinger (49, CDU) erwartet "eine lückenlose und kritische Befassung" mit dem Vorfall. Für sie steht fest: "Solche Fehler erschüttern das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in den öffentlich-rechtlichen Rundfunk."
Nathanael Liminski (40, CDU), Medienminister von Nordrhein-Westfalen, will "die genauen Gründe dieser großen Fehlleistung beleuchten". Sein Ziel ist es, "Prozesse so weiterzuentwickeln, dass sich ein NO-Go dieser Tragweite nicht wiederholen kann".
Kritik an Redaktionsabläufen
Fernsehratsmitglied Steffen Hörtler (52) äußert deutliche Kritik am bisherigen Umgang des ZDF mit dem Vorfall. Er habe dies dem Intendanten Norbert Himmler (55) "in einem Brief klargemacht". Hörtler erklärt: "Ich habe kein Verständnis dafür, warum sich die Topjournalistin des ZDF, Dunja Hayali, einen Beitrag, den sie selbst anmoderiert, vorher nicht ansieht."
Der Fernsehrat sieht in dem Vorfall eine grundsätzliche Frage der journalistischen Sorgfaltspflicht und der redaktionellen Prozesse beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Die intensive Prüfung soll nicht nur den konkreten Fall klären, sondern auch strukturelle Verbesserungen für die Zukunft ermöglichen.



