Aufstand der 'Schoko-Nonnen' endet: Rebellische Klarissen verlassen Kloster nach Kirchenstreit
Aufstand der 'Schoko-Nonnen' endet mit Kloster-Räumung

Dramatisches Ende eines ungewöhnlichen Kirchenkonflikts in Spanien

Ein außergewöhnlicher und bizarrer Konflikt innerhalb der katholischen Kirche in Spanien erreicht seinen dramatischen Höhepunkt: Sieben abtrünnige Klarissen, landesweit als "Schoko-Nonnen" bekannt, müssen ihr Kloster im nordspanischen Dorf Belorado verlassen. Nach fast zweijährigem erbittertem Streit mit der Amtskirche und mehreren ignorierten Räumungsaufforderungen steht nun die Zwangsräumung bevor.

Verzweifelte Nonnen wehren sich gegen "Verfolgung"

Schwester Paloma, eine der betroffenen Nonnen, äußerte sich in einem emotionalen Video an die Medien: "Wir sind Opfer einer Verfolgung, einer Verfolgung wegen unseres Glaubens. Anders lässt sich so viel Bösartigkeit nicht erklären." Die Frauen im Alter von bis zu 61 Jahren haben sich entschieden, das Kloster freiwillig zu verlassen, um einen demütigenden Rauswurf vor laufenden TV-Kameras zu vermeiden. Ihr Sprecher Francisco Canals berichtet: "Sie sind verzweifelt, am Boden zerstört. Sie wollen gehen, ohne gesehen zu werden - aus Würde."

Historischer Bruch mit dem Vatikan

Der Konflikt eskalierte im Mai 2024, als die Nonnen sich öffentlich von der Amtskirche lossagten und erklärten: "Wir erkennen den Vatikan nicht an - es ist eine Farce." Die Aufsässigen sind überzeugt, dass sich die katholische Kirche seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil von der "wahren Lehre" entfernt habe. Ursprünglich gehörten 16 Rebellinnen zu der Gruppe, doch einige gaben den Kampf aus Altersgründen auf oder änderten ihre Meinung.

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Die verbliebenen sieben Nonnen folgen in etwa der Lehre von Pablo de Rojas Sánchez-Franco, einem selbst ernannten Bischof, der seit 2019 exkommuniziert ist. Der 45-Jährige, der sich als Bewunderer von Diktator Francisco Franco bezeichnet, behauptet, der Papstsitz sei seit dem Tod von Pius XII. im Jahr 1958 vakant.

Juristische Niederlagen und Exkommunikation

Die Konsequenzen folgten schnell:

  • Im Juni 2024 wurden die Nonnen offiziell exkommuniziert
  • Acht juristische Verfahren sind anhängig, darunter Streitigkeiten um Klosterbesitz
  • Die Frauen lehnten jede Verhandlung mit Erzbischof Mario Iceta von Burgos ab
  • Ein Versuch, die Gemeinschaft in eine zivile Vereinigung umzuwandeln, scheiterte am Veto des Innenministeriums

Nach Auffassung von Kirche und Justiz verloren die Frauen damit jedes Recht, im Kloster Santa Clara zu wohnen, das seit 1349 von Klarissen bewohnt wird. Canals betont: "So etwas hat es in Spanien noch nie gegeben!"

Ungewisse Zukunft und finanzielle Not

Die Nonnen stehen nun vor existenziellen Problemen:

  1. Sie müssen vorübergehend bei Bekannten und Helfern unterkommen
  2. Die Suche nach einer gemeinsamen Unterkunft gestaltet sich schwierig, da sie zusammenbleiben wollen und Haustiere haben
  3. Finanzielle Schwierigkeiten durch den Boykott ihrer wirtschaftlichen Aktivitäten, insbesondere des Verkaufs von Schokolade und Gebäck
  4. Hohe Kosten für Gerichtsverfahren, Reisen und Anwaltskosten

Schwester Paloma klagt: "Unsere nächste Herausforderung ist es, zusammenzubleiben. Nicht, weil es keinen Zusammenhalt gibt, sondern weil uns die Mittel fehlen. Man hat uns alles genommen." Die Frauen fühlen sich "entwurzelt" und spüren einen "tiefen Schmerz".

Solidaritätskampagne und Hoffnung

Im Februar starteten Unterstützer das Online-Projekt "Queremos un convento" (Wir wollen ein Kloster), einen Solidaritätsaufruf an alle Spanier. Man hofft auf Spenden oder ein günstiges Angebot in einem der von Landflucht betroffenen Gebiete, wo Hunderte verlassene Gebäude leer stehen.

Trotz aller Schwierigkeiten blicken die Rebellinnen optimistisch in die Zukunft. Schwester Paloma erklärt: "Nun müssen wir nach vorne schauen - als starke Frauen, mit der Gnade und Kraft, die der Herr uns gibt. Er führt uns, und wir gehen vertrauensvoll dorthin, wohin er uns führt." Die Zukunft werde nicht von ihren Gegnern bestimmt, "sondern von Gott".

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Der außergewöhnliche Konflikt, der in ganz Spanien und darüber hinaus für Schlagzeilen sorgte, findet damit ein vorläufiges Ende, während die sieben Nonnen eine ungewisse Zukunft außerhalb der Klostermauern erwarten.