Schwerin ehrt früheren Landesrabbiner mit Bronze-Denkmal
Die Landeshauptstadt Schwerin wird im kommenden Jahr ein Denkmal für den ehemaligen Landesrabbiner William Wolff (1927-2020) errichten. Anlass ist sein 100. Geburtstag, der 2027 begangen wird. Die Stadtverwaltung gab bekannt, dass die Künstlerin Anna Martha Napp aus Lübow im Landkreis Nordwestmecklenburg den Wettbewerb zur Gestaltung des Denkmals gewonnen hat.
Standort am Schlachtermarkt mit historischer Bedeutung
Das Denkmal soll auf dem Schlachtermarkt im historischen Stadtzentrum von Schwerin aufgestellt werden. Dieser Standort ist besonders bedeutsam, da sich dort auch die jüdische Synagoge befindet. Die zirka 1,60 Meter große Bronze-Skulptur zeigt William Wolff in seiner charakteristischen, leicht gebeugten Körperhaltung, die vielen Schwerinern vertraut sein dürfte.
Kulturdezernent Silvio Horn äußerte sich begeistert über das Projekt: „Ich bin mir sicher - viele Schweriner werden ihn wiedererkennen. William Wolff war eine prägende Persönlichkeit für unsere Stadt und das gesamte Bundesland.“ Die Realisierung des Denkmals wird durch zahlreiche Spenden aus der Stadtgesellschaft ermöglicht, was das breite Engagement der Bevölkerung für dieses Vorhaben unterstreicht.
Lebensweg und Wirken von William Wolff
William Wolff wurde 1927 in Berlin geboren und musste bereits 1933 mit seinen Eltern vor den Nationalsozialisten fliehen. Die Familie fand zunächst in Amsterdam Zuflucht und später in London, wo Wolff aufwuchs und seine Ausbildung absolvierte. Von 2002 bis 2015 wirkte er als Landesrabbiner von Mecklenburg-Vorpommern und wurde zu einer wichtigen Institution im religiösen und gesellschaftlichen Leben des Bundeslandes.
Mit großem Engagement und einem besonderen Sinn für Humor setzte sich Wolff stets für den Dialog und die Verständigung zwischen Juden und Nichtjuden ein. Sein Wirken trug maßgeblich zur Stärkung der jüdischen Gemeinschaft in Mecklenburg-Vorpommern bei und förderte das interreligiöse Miteinander in der Region. Der langjährige Landesrabbiner verstarb 2020 im Alter von 93 Jahren in London.
Künstlerische Umsetzung durch Anna Martha Napp
Die ausgewählte Künstlerin Anna Martha Napp konnte sich mit ihrem Entwurf gegen die Konkurrenz durchsetzen. Ihre Bronze-Skulptur soll nicht nur das äußere Erscheinungsbild von William Wolff einfangen, sondern auch seinen charakteristischen Wesenszug und seine besondere Ausstrahlung widerspiegeln. Die Aufstellung des Denkmals am Schlachtermarkt wird einen würdigen Ort des Gedenkens und der Erinnerung schaffen.
Das Denkmalprojekt unterstreicht die Bedeutung von William Wolff für Mecklenburg-Vorpommern und setzt ein sichtbares Zeichen der Wertschätzung für sein Lebenswerk. Es erinnert an einen Mann, der durch seine Arbeit Brücken zwischen verschiedenen Kulturen und Religionen baute und damit einen bleibenden Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Region leistete.



