Kirchen-Revolution in Bayern: Kardinal Marx ordnet Segnung homosexueller Paare an
Im Erzbistum München und Freising hat Kardinal Reinhard Marx (72) eine wegweisende Entscheidung getroffen, die konservative Katholiken entsetzt. Der Erzbischof hat seine Priester angewiesen, künftig homosexuelle Paare zu segnen – eine Anordnung, die von vielen Gläubigen als regelrechte Kirchen-Revolution empfunden wird.
Grundlage: Handreichung „Segen gibt der Liebe Kraft“
Marx beruft sich dabei auf das Papier „Segen gibt der Liebe Kraft“, das von der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und dem Zentralkomitee der Katholiken (ZdK) abgesegnet wurde. Diese Handreichung dient als Grundlage für pastorales Handeln und stellt klar: Paare sollen in der Kirche willkommen sein, auch wenn sie keine sakramentale Ehe eingehen können.
Laut Kardinal Marx macht das Dokument deutlich, „dass es sich bei der Segnung nicht um die Feier einer sakramentalen Ehe handelt“. Ausdrücklich weist der Erzbischof darauf hin, dass kein Paar abgewiesen werden soll. Diese Regelung gilt nicht nur für gleichgeschlechtliche Paare, sondern auch für Geschiedene, die wieder neue Partner geheiratet haben.
Fortbildungen für Geistliche ab Juni
Ab Juni 2026 sollen im Erzbistum München und Freising sogar spezielle Fortbildungen für Geistliche angeboten werden, die sich mit der Gestaltung entsprechender Segensfeiern für homosexuelle Paare befassen. Zwar dürfen Priester sich weigern, solche Segnungen selbst auszusprechen oder den Feiern vorzustehen. Von ihnen wird jedoch erwartet, dass sie Interessenten an den Dekan verweisen oder Kontakte zu anderen Seelsorgern vermitteln.
Kontroverse Reaktionen und theologischer Hintergrund
Die Leitlinien „Segen gibt der Liebe Kraft“ wurden bereits vor etwa einem Jahr von DBK und ZdK verabschiedet. Darin heißt es: „Die Kirche bringt Paaren, die in Liebe verbunden sind, Anerkennung entgegen und bietet ihnen Begleitung an.“ Gesegnet werden sollen demnach:
- Geschiedene und Wiederverheiratete
- Paare aller geschlechtlichen Identitäten und sexuellen Orientierungen
- Paare, die aus anderen Gründen nicht das Sakrament der Ehe empfangen wollen oder können
Für die Deutsche Bischofskonferenz steht diese Praxis im Einklang mit Rom und dem damaligen Papst Franziskus (†2025). Genau an diesem Punkt entzündet sich jedoch der Streit – insbesondere konservative Katholiken laufen Sturm gegen diesen neuen Kurs der Kirche.
Die Entscheidung von Kardinal Marx markiert einen bedeutenden Schritt in der pastoralen Praxis der katholischen Kirche in Deutschland und wird voraussichtlich weiterhin für intensive Diskussionen sowohl innerhalb der Kirche als auch in der breiten Öffentlichkeit sorgen.



