Evangelische und katholische Kirche in Berlin-Brandenburg verzeichnen weiter Mitgliederschwund
Die Mitgliederzahlen der evangelischen und der katholischen Kirche in Berlin und Brandenburg sind auch im vergangenen Jahr erneut deutlich gesunken. Beide christlichen Kirchen verloren mehr Mitglieder durch Tod, Austritte und Wegzüge, als durch Taufen, andere Eintritte und Zuzüge neu hinzukamen. Dieser anhaltende Trend setzt sich fort und zeigt die Herausforderungen für die religiösen Gemeinschaften in der Region.
Konkrete Zahlen verdeutlichen den Rückgang
Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg schlesische Oberlausitz (EKBO) hatte zum Stichtag 31. Dezember 2025 insgesamt 745.679 Mitglieder. Dies entspricht einem Rückgang von 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das katholische Erzbistum Berlin verzeichnete nach eigenen Angaben 341.530 Mitglieder, was einem Verlust von 9.457 Personen oder 2,7 Prozent gegenüber 2024 gleichkommt. Zu dem Erzbistum gehören neben Berlin und Brandenburg auch Vorpommern, nicht jedoch Mecklenburg.
Zusammen verfügen die evangelische und katholische Kirche in den angegebenen Bundesländern über knapp 1,1 Millionen Mitglieder bei einer Gesamtbevölkerung von mehr als 6,5 Millionen Menschen in Berlin und Brandenburg. Diese Zahlen unterstreichen den relativen Anteil der Kirchenmitglieder in der Region.
Details zu den Entwicklungen bei der evangelischen Kirche
Bei der Evangelischen Kirche in Berlin und Brandenburg gab es im vergangenen Jahr 16.347 Sterbefälle und etwa 16.000 Austritte. Demgegenüber standen lediglich 3.549 Taufen von Kindern und anderen Menschen sowie 699 Aufnahmen auf anderem Wege. Von den rund 745.000 Mitgliedern leben etwa 430.000 in Berlin, knapp 288.000 in Brandenburg und 27.000 in Sachsen. Zuzüge und Fortzüge von Kirchenmitgliedern wurden nicht gesondert angegeben.
Der evangelische Bischof Christian Stäblein äußerte sich deutlich zu den Zahlen: „Es gibt an diesen Zahlen nichts schönzureden. Sie führen den Trend, der schon lange zu beobachten ist, fort. So ist jede einzelne Entscheidung, die Kirche zu verlassen, für mich schmerzhaft. Hinter jedem Austritt steht eine Geschichte, die uns angeht. Zentral ist dabei die Einsicht, dass die Kirche sich verändern muss und das seit Jahren auch tut.“
Situation bei der katholischen Kirche
Aus der katholischen Kirche in der Region traten im vergangenen Jahr 8.395 Menschen aus. Die genaue Zahl der Sterbefälle wurde nicht veröffentlicht. Neu hinzu kamen 1.649 Personen durch Taufen sowie einige Hundert durch weitere Eintritte. Von den rund 340.000 Katholiken im Erzbistum Berlin lebten etwa 258.000 in der Hauptstadt, knapp 70.000 in Brandenburg, knapp 14.000 in Vorpommern und etwas mehr als 100 in Sachsen-Anhalt.
Die Daten zeigen, dass sowohl die evangelische als auch die katholische Kirche mit ähnlichen Problemen konfrontiert sind. Die Austritte und Sterbefälle können nicht durch neue Mitglieder kompensiert werden, was zu einem kontinuierlichen Rückgang der Gesamtzahlen führt. Dieser Trend spiegelt sich in vielen Regionen Deutschlands wider und stellt die Kirchen vor erhebliche organisatorische und inhaltliche Herausforderungen.



