Sachsen-Anhalts Kirchen verlieren weiter Mitglieder - Rückkehrer geben Hoffnung
Kirchen in Sachsen-Anhalt verlieren weiter Mitglieder

Kirchen in Sachsen-Anhalt verzeichnen weiterhin Mitgliederschwund

Im Jahr 2025 haben die katholische und evangelische Kirche in Sachsen-Anhalt erneut einen deutlichen Rückgang ihrer Mitgliederzahlen zu verzeichnen. Nach vorläufigen Angaben der Deutschen Bischofskonferenz sind im vergangenen Jahr rund 1.000 Menschen aus der katholischen Kirche ausgetreten. Landesweit zählte die katholische Kirche damit insgesamt 61.306 Mitglieder, was einem weiteren Rückgang im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Katholische Kirche mit geringer Gottesdienstbeteiligung

Von den verbliebenen Katholikinnen und Katholiken besuchten im vergangenen Jahr lediglich 10,3 Prozent regelmäßig Gottesdienste. Die kirchlichen Handlungen zeigen eine deutliche Verschiebung: Während Taufen (176), Kommunionen (255) und Trauungen (47) vergleichsweise selten stattfanden, kamen Menschen deutlich häufiger für Bestattungen (511) in den katholischen Kirchen zusammen. Neben den Austritten gab es im vergangenen Jahr lediglich 12 Eintritte und 9 Wiederaufnahmen in die katholische Kirche.

Evangelische Kirche verliert über 21.000 Mitglieder

Die Evangelische Kirche Mitteldeutschlands (EKM), die hauptsächlich in Thüringen und Sachsen-Anhalt vertreten ist, meldet für 2025 ebenfalls einen signifikanten Mitgliederrückgang. Nach aktuellem Stand gehörten der EKM im vergangenen Jahr 552.320 Menschen an – das sind 21.457 Mitglieder weniger als im Vorjahr. Dieser Verlust setzt sich aus 9.264 Austritten und 14.189 Sterbefällen zusammen, während lediglich 2.593 Taufen und 323 Wiedereintritte verzeichnet wurden.

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Oberkirchenrätin Petra Schwermann, Dezernentin für Gemeinde und Bildung im Landeskirchenamt der EKM, betonte jedoch: „Der Anstieg der Wiedereintritte um 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ermutigt uns dazu, unsere Bemühungen um die Rückgewinnung von ausgetretenen Menschen zu intensivieren.“

Bundesweiter Trend setzt sich fort

Der Mitgliederschwund in Sachsen-Anhalt spiegelt einen deutschlandweiten Trend wider. Bundesweit sind im vergangenen Jahr mehr als 600.000 Menschen aus den beiden großen Kirchen ausgetreten. Die Kirchen verlieren jährlich nicht nur durch Austritte, sondern auch durch Sterbefälle Hunderttausende Mitglieder. Geburten und Neueintritte können diese Verluste bei weitem nicht ausgleichen, was langfristig die demografische Struktur der Kirchengemeinden verändert.

Die Entwicklung in Sachsen-Anhalt unterstreicht damit die anhaltenden Herausforderungen, vor denen die christlichen Kirchen in Deutschland stehen. Während die Austrittszahlen weiterhin hoch bleiben, geben die steigenden Zahlen bei Rückkehrern zumindest einen kleinen Hoffnungsschimmer für die kirchliche Gemeindearbeit.

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