Höllischer Streit zwischen Papst und US-Präsident eskaliert im Weißen Haus
Papst und Trump im verbalen Schlagabtausch

Weißglut im Weißen Haus: Höllischer Streit zwischen Papst und Präsident

Ein Zwischenruf von Vatikan-Experte Albert Link

Rom – Papst Leo XIV. ist zur Zielscheibe von US-Präsident Donald Trump geworden. Die Antwort aus dem Vatikan ließ nicht lange auf sich warten und fiel öffentlich aus. Wenn ein Mensch irgendwo in einem fernen Land zornig in die Tasten haut, um seine Unzufriedenheit mit dem Papst über soziale Medien auszudrücken, dann gibt es eigentlich nur eine angemessene Reaktion. So wie es einst der bayerische Humorist Karl Valentin (1882-1948) formulierte: „Nicht mal ignorieren.“

Römer tragen ihr Herz auf der Zunge

Leider liegt der Vatikan mitten in Rom, und die Römer sind selbst in Italien berüchtigt dafür, ihr Herz auf der Zunge zu tragen. Von einem Römer zu erwarten, dass er zu einer Beleidigung schweigt, ist hoffnungslos. Eher verbieten Sie einem Fisch das Schwimmen. Klar, dass da verbal zurückgefeuert wird. Und so wird der Kampf der Titanen Trump, der 348 Millionen Amerikaner vertritt, und Leo XIV., der 1,4 Milliarden Katholiken repräsentiert, zur größten Schulhofschlägerei der Geschichte.

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Trump findet den Papst zu friedlich

Doch der Reihe nach: Donald Trump hatte dem Papst in sozialen Medien Angst und Schwäche unterstellt und ihn wissen lassen, dass er seinen Bruder Louis – einen glühenden Trump-Verehrer – „viel lieber mag“ als ihn. Außerdem verdanke Leo XIV. seinen Job sowieso nur ihm, weil die Kardinäle gehofft hätten, dass ein Papst aus den USA besser mit ihm umgehen könne: „Wenn ich nicht im Weißen Haus wäre, wäre Leo nicht im Vatikan.“ Der Wutausbruch endete mit dem abstrusen Vorwurf, der Stellvertreter Christi auf Erden schade mit seinen Friedensbotschaften der katholischen Kirche.

Der Gipfel der Trumpschen Lästerattacke: Er postet eine von künstlicher Intelligenz erstellte Fotomontage, die ihn als Wunderheiler zeigt, in Weiß gekleidet, mit einem Stern in der Hand. Die Botschaft: Jesus Trump – der wahre Heilsbringer. Eine ultimative Provokation, die für Aufsehen sorgte.

Vatikan kontert mit scharfen Worten

Der Gegenschlag dauerte nur ein paar Stunden: Der Jesuit Antonio Spadaro, Nummer drei in der Kulturbehörde des Vatikans, konterte auf Facebook. Trumps Attacken seien ein „Bekenntnis der Ohnmacht“. Im Italienischen klingt es noch etwas dramatischer: „una dichiarazione di impotenza“. Trump könne, so der Jesuit sinngemäß, Leos Stimme nicht ungehört machen. Also versuche „die Macht“, sie zu delegitimieren. Linker Haken, rechter Haken. Rums!

Dann stellte der Papst persönlich auf dem Flug nach Algerien klar: Die Botschaft von Frieden und Versöhnung sei gar keine Erfindung von ihm, sondern im Evangelium begründet. Er sei kein Politiker, sondern baue beruflich Brücken für Frieden und Versöhnung. Und übrigens: Er habe keine Angst vor der Trump-Regierung.

Hölle, Hölle, Hölle: Eskalation nach Schulhoflogik

Nach der Eskalationslogik der Schulhofschläger käme jetzt der Moment, in dem sich die Streithähne gegenseitig bedrohen. Trump ist zwar besser im Training, hat er doch gerade den Mullahs im Iran mit der „Hölle“ gedroht. Was das anbelangt, kann der Vatikan allerdings auf eine 2000-jährige Erfahrung verweisen.

Und wenn Leo XIV. doch Trump einfach nur einen guten Mann sein lässt? Unwahrscheinlich, dass der Papst Karl Valentin gelesen hat. Oder, dass er das deutsche Sprichwort kennt: „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“. Aber in Algerien wandelt der einstige Augustiner-Generalprior gerade auf den Spuren des Heiligen Augustinus von Hippo (†430 n. Chr.). Und dessen Rat wäre vielleicht für beide Seiten hilfreich: „Schweige, so schweige aus Liebe. Sprich, so sprich aus Liebe.“

Dieser Konflikt zeigt, wie tief die Gräben zwischen politischer Macht und religiöser Autorität in der heutigen Zeit sein können. Die Welt beobachtet gespannt, ob sich die Lage weiter zuspitzt oder ob doch noch eine Versöhnung möglich ist.

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