Thüringens Kirchen verzeichnen weiterhin deutlichen Mitgliederschwund
Thüringens Kirchen verlieren weiter Mitglieder

Thüringens Kirchen verzeichnen weiterhin deutlichen Mitgliederschwund

Egal ob katholisch oder evangelisch: Die großen christlichen Kirchen in Thüringen müssen erneut einen Rückgang ihrer Mitgliederzahlen hinnehmen. Sowohl beim Bistum Erfurt als auch bei der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) zeigen die aktuellen Statistiken für das Jahr 2025 eine fortgesetzte negative Entwicklung.

Bistum Erfurt mit deutlichem Mitgliederverlust

Im Bistum Erfurt lebten nach vorläufigen Zahlen der Deutschen Bischofskonferenz im Jahr 2025 insgesamt 127.327 Katholiken. Dies stellt einen Rückgang von 3.495 Gläubigen im Vergleich zum Vorjahr dar, als noch 130.822 Mitglieder gezählt wurden. Die Bilanz des vergangenen Jahres offenbart ein deutliches Ungleichgewicht: Während 561 Taufen, 19 Kircheneintritte und 18 Wiederaufnahmen verzeichnet wurden, standen diesen 1.075 Sterbefällen und alarmierenden 1.722 Austritten gegenüber.

Die meisten Katholiken in Thüringen gehören zum Bistum Erfurt, allerdings zählen etwa 15.500 thüringische Katholiken vor allem in Grenzgebieten zu anderen Bistümern. Deutschlandweit traten im vergangenen Jahr gut 307.000 Menschen aus der katholischen Kirche aus, sodass sie nun noch 19,2 Millionen Mitglieder hat – was etwa 23 Prozent der Gesamtbevölkerung entspricht.

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Evangelische Kirche Mitteldeutschland ebenfalls betroffen

Auch die hauptsächlich in Thüringen und Sachsen-Anhalt vertretene Evangelische Kirche Mitteldeutschland (EKM) verzeichnete im vergangenen Jahr einen signifikanten Mitgliederschwund. Nach aktuellem Stand gehörten der EKM 552.320 Menschen an, was einem Verlust von 21.457 Kirchenmitgliedern im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Die Statistik zeigt neben 9.264 Austritten und 14.189 Sterbefällen lediglich 2.593 Taufen. Allerdings gibt es einen kleinen Lichtblick: Mit 323 Wiedereintritten wurden 20 Prozent mehr Rückkehrer verzeichnet als im Vorjahr. „Der Anstieg ermutigt dazu, dass die Bemühungen um die Rückgewinnung von ausgetretenen Menschen intensiviert werden sollten“, erklärte Oberkirchenrätin Petra Schwermann, Dezernentin für Gemeinde und Bildung im Landeskirchenamt der EKM.

Bundesweite Entwicklung

Die Entwicklung in Thüringen spiegelt den bundesweiten Trend wider: Den evangelischen Landeskirchen gehörten zum Stichtag 31. Dezember 2025 rund 17,4 Millionen Menschen an. Ende 2024 waren es noch 17,9 Millionen gewesen, was einen Rückgang von einer halben Million Mitgliedern innerhalb eines Jahres bedeutet.

Die anhaltenden Mitgliederverluste stellen beide großen Kirchen in Thüringen vor erhebliche Herausforderungen, die sich nicht nur auf die finanzielle Basis, sondern auch auf die Gemeindestrukturen und das kirchliche Leben insgesamt auswirken dürften.

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