Wort zum Sonntag: Wie Wunden heilen - sichtbare und unsichtbare Verletzungen
Wort zum Sonntag: Wie sichtbare und unsichtbare Wunden heilen

Wort zum Sonntag: Der Weg zur Heilung von sichtbaren und unsichtbaren Wunden

In der evangelischen Johannes-Kirchengemeinde Penzlin-Stavenhagen arbeitet Gemeindepädagogin Manja Herrmann täglich mit Menschen, die Hoffnung und Orientierung suchen. Ihre Erfahrungen zeigen, dass Heilungsprozesse bei Verletzungen – ob körperlich oder seelisch – oft ähnliche Herausforderungen mit sich bringen.

Die Erinnerung an kindliche Verletzungen

Ein typischer Vorfall: Ein Kind fällt von einer Mauer, das aufgeschürfte Knie blutet, Tränen fließen. In solchen Momenten kommen oft die alten Floskeln hoch: „Sieht doch gar nicht so schlimm aus“ oder „Das ist nur ein kleiner Kratzer“. Doch Manja Herrmann erinnert sich an ihre eigenen Kindheitsverletzungen, etwa nach einem Fahrradsturz, als die Großmutter mit Alkohol die Wunde behandelte und tröstend sagte: „Wein doch nicht! Bis zur Hochzeit wird alles wieder gut!“

Die Narbe auf ihrem Knie ist bis heute sichtbar, wenn auch verblasst. Alles wird wieder gut? Diese Frage stellt sich nicht nur bei körperlichen Wunden, sondern besonders bei den unsichtbaren Verletzungen der Seele.

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Unsichtbare Wunden und ihre Empfindlichkeit

Während körperliche Wunden mit der Zeit verheilen, bleiben seelische Verletzungen oft lange empfindlich. Sie wirken wie Mahnungen: „Pass beim nächsten Mal besser auf! Sei vorsichtiger!“ Besonders hart sind Enttäuschungen durch andere Menschen, noch härter jedoch die Momente, in denen man selbst Versprechen nicht halten kann.

Fehler gehören zum Leben, betont die Gemeindepädagogin. Nicht alle Wunden lassen sich verhindern, doch der Umgang mit ihnen liegt in unserer Hand. Die einfache Antwort „Wird nur halb so schlimm sein. Stellt Euch nicht so an“ mag in kleinen Fällen genügen, doch bei tieferen Verletzungen reicht sie nicht aus.

Der Prozess der Heilung durch Auseinandersetzung

Manja Herrmann betont, dass es wichtig ist, sich Fehlern zu stellen, sie zu beichten und daraus zu lernen. Nicht alles kehrt zum alten Zustand zurück – manchmal entsteht durch die Heilung etwas Neues. Zeit, Zuwendung, Trost, Reue und Vergebung können dabei helfen, dass Wunden nicht ein Leben lang schmerzen.

Ein Besuch, ein tröstendes Wort oder die Bereitschaft zur Vergebung kümmern sich um die Verletzungen und ermöglichen so einen Heilungsprozess, der am Ende vieles auf neue Weise heil werden lässt. Ihre und Eure Gemeindepädagogin Manja Herrmann aus Stavenhagen wünscht allen Mut zur Auseinandersetzung mit den eigenen Wunden.

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