Generationenprojekt in Laage: Wenn Schüler und Senioren gemeinsam lachen und lernen
Jeden Mittwoch um 10.15 Uhr erwarten die Bewohner des Seniorenheims des Deutschen Roten Kreuzes in Laage mit besonderer Vorfreude ihre jungen Gäste. Seit drei Jahren betreten dann Drittklässler des Recknitz-Campus den Raum und verwandeln die Stimmung durch ihre lebendige Energie. Was als einfache Kooperation zwischen zwei Einrichtungen begann, hat sich zu einem tiefgreifenden Generationenprojekt entwickelt, das weit über gelegentliche Besuche hinausgeht.
Besondere Bindungen entstehen zwischen Jung und Alt
Die Beziehungen, die sich zwischen den Kindern und Senioren entwickeln, sind von bemerkenswerter Echtheit geprägt. Karl-Heinz Kröger wird seit Jahren regelmäßig von zwei Schülerinnen besucht, die eine tiefe Verbindung zu ihm aufgebaut haben. „Wenn er einmal fehlt, sind die Mädchen sichtlich traurig“, berichtet Katrin Blochberger, Leiterin der sozialen Betreuung im DRK-Heim. „Es bricht einem fast das Herz, zu sehen, wie sehr diese Kinder an ‚ihrem‛ Senior hängen. Diese Verbindung ist so authentisch – man muss es selbst erleben, um es wirklich zu verstehen.“
Gemeinsame Aktivitäten schaffen Freude und Verbindung
Vor kurzem verwandelte sich das Seniorenheim in eine kreative Osterwerkstatt. Die Kinder brachten ausgeblasene Eier mit und gestalteten sie gemeinsam mit den älteren Bewohnern. Dabei stand nicht Perfektion im Vordergrund, sondern die reine Freude am gemeinsamen Tun und das Miteinander der Generationen.
Kurz vor den Ferien erlebte das Projekt eine digitale Dimension: Die Schüler brachten Tablets mit und zeigten den Senioren ihre Lernwelt. Die 91-jährige Edeltraud Warda löste gemeinsam mit der achtjährigen Emma Mathematikaufgaben per Touchscreen. „Zu beobachten, was unsere Senioren in dieser Umgebung noch leisten können, ist ein wahres Geschenk“, sagt Blochberger. „Es ist pure Freude für alle Beteiligten.“
Positive Effekte für alle Generationen
Selbst Bewohner, die kognitiv kaum noch erreichbar erscheinen, blühen in der Gegenwart der Kinder sichtlich auf. Sie malen gemeinsam Bilder oder genießen einfach die Anwesenheit der jungen Besucher. Die regelmäßigen Begegnungen wirken sich positiv auf die Stimmung und das Wohlbefinden aller Beteiligten aus.
Engagierte Unterstützung macht das Projekt möglich
Dass dieses Leuchtturm-Projekt in Laage so erfolgreich wachsen konnte, ist dem Engagement mehrerer Personen zu verdanken:
- Pflegedienstleiterin Kirstin Kamm
- Einrichtungsleiter Ronald Hinkelmann
- Klassenlehrerin Nancy Bänsch vom Recknitz-Campus
„Mit ihrem großen Interesse an generationenübergreifender Arbeit schaffen sie den notwendigen Rahmen, in dem diese wertvollen Momente überhaupt möglich werden“, betont Blochberger. Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie bereichernd der Austausch zwischen verschiedenen Generationen sein kann und wie nachhaltig solche Begegnungen wirken.



