Güstrow: Ältestes AWG-Mitglied Klara Fritz feiert 102. Geburtstag mit bewegter Lebensgeschichte
Ältestes AWG-Mitglied feiert 102. Geburtstag in Güstrow

Güstrow: Ältestes Mitglied der Wohnungsgenossenschaft wird 102 Jahre alt

Die Güstrowerin Klara Fritz hat am Sonnabend ihren 102. Geburtstag gefeiert und blickt dankbar auf ein bewegtes und erfülltes Leben zurück. Die Seniorin hofft, weiterhin möglichst selbstständig bleiben zu können und betont immer wieder ihre Dankbarkeit für das Erreichte.

Glückwünsche von der Wohnungsbaugenossenschaft

Besuch erhielt die Jubilarin unter anderem von Dr. Manfred Müllner, dem Aufsichtsratsvorsitzenden der Allgemeinen Wohnungsbaugenossenschaft Güstrow Parchim und Umgebung (AWG). Er überbrachte einen Präsentkorb und würdigte Klara Fritz als das an Lebensjahren älteste Mitglied der Genossenschaft. „Schließlich ist sie das an Lebensjahren älteste Mitglied der AWG“, erklärte Dr. Müllner bei seinem Besuch.

Ein Leben voller Engagement und Erinnerungen

Bereits im Jahr 1958 trat Klara Fritz der Wohnungsgenossenschaft bei und packte überall mit an, um eine begehrte Wohnung zu erhalten. Drei Jahre später, 1961, bezog sie schließlich mit ihrer Mutter eine AWG-Wohnung im Erstbezug. Damals musste noch ein Ofen geheizt werden, eine Erinnerung, die sowohl Klara Fritz als auch ihre Nichte Susanna Dücker teilen. Die Nichte kümmert sich bis heute liebevoll um ihre Tante, da Klara Fritz keine eigenen Kinder hat.

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Durch eine Schädigung des Sehnervs kann die 102-Jährige nur wenig von ihrer Umgebung sehen, was ihre Bewegung erschwert. „Ich muss gut aufpassen, um nicht hinzufallen“, erzählt sie mit der ihr eigenen Bescheidenheit und Vorsicht.

Jugend in Westpreußen und Flucht

Gern erinnert sich Klara Fritz an ihre Jugendzeit in Westpreußen bei Schneidemühl. „Das war schön. Gern habe ich mir beim Einkauf Bonbons für 10 Pfennig mitgenommen“, sagt sie und schwelgt in Erinnerungen an das ländliche Leben. Ihre Familie betrieb Landwirtschaft und lebte in bescheidenen, aber glücklichen Verhältnissen. Mit ihren Eltern und fünf Geschwistern musste sie jedoch flüchten, als sie gerade 21 Jahre alt war – ein einschneidendes Erlebnis, das ihr Leben nachhaltig prägte.

Berufsleben und anhaltende Kontakte

Ab 1952 arbeitete Klara Fritz bis zu ihrem Renteneintritt im Büro des Fernmeldeamtes. Noch heute pflegt sie Kontakt zu einer damaligen Kollegin, die am Sonnabend ebenfalls zum Geburtstagsbesuch vorbeischauen wollte. „Aber sie ist 30 Jahre jünger als ich“, betont Klara Fritz mit einem Schmunzeln und zeigt damit ihre lebenslange Verbundenheit zu früheren Weggefährten.

Wünsche für die Zukunft

Auf die Frage, was sie sich für die Zukunft wünscht, antwortet die 102-Jährige bescheiden: „Dass ich einigermaßen gesund bleibe und nicht so viel Hilfe annehmen muss“. Ihr größter Wunsch ist es, die Selbstständigkeit so lange wie möglich zu bewahren und weiterhin ein aktives, wenn auch langsameres Leben führen zu können.

Die Geschichte von Klara Fritz ist ein beeindruckendes Zeugnis von Resilienz, Dankbarkeit und dem Wert menschlicher Verbindungen – von der Jugend in Westpreußen über die Flucht bis hin zum engagierten Leben in Güstrow.

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