UN-Bericht: Kindersterblichkeit stagniert trotz früherer Erfolge
Laut aktuellen Schätzungen der Vereinten Nationen starben im Jahr 2024 weltweit etwa 4,9 Millionen Kinder, bevor sie ihr fünftes Lebensjahr erreichten. Diese alarmierenden Zahlen deuten darauf hin, dass die Fortschritte bei der Senkung der Kindersterblichkeit bereits vor den jüngsten Kürzungen internationaler Hilfsbudgets ins Stocken geraten sind.
Vermeidbare Todesfälle und globale Herausforderungen
Der gemeinsam von Unicef, der Weltbank, der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Bevölkerungsabteilung der UN erstellte Bericht betont, dass der Großteil dieser Todesfälle vermeidbar gewesen wäre. Besserer Zugang zur Gesundheitsversorgung und kostengünstige Maßnahmen gegen Risiken wie Komplikationen bei Frühgeburten oder Krankheiten wie Malaria hätten viele Leben retten können.
Seit dem Jahr 2000 hat sich die Zahl vermeidbarer Todesfälle bei Kindern mehr als halbiert. Doch seit 2015 hat sich der Fortschritt deutlich verlangsamt. Eine WHO-Sprecherin erklärte: "Wir beobachten eine weltweite Verlangsamung bei der Senkung der Sterblichkeitsraten."
Mehrere Faktoren bremsen den Fortschritt
Verschiedene Faktoren tragen dazu bei, dass die Erfolge ins Stocken geraten:
- Anhaltende Konflikte in verschiedenen Regionen
- Wirtschaftliche Instabilität und schwache Gesundheitssysteme
- Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheitsversorgung
- Kürzungen bei der internationalen Entwicklungshilfe
Die Sprecherin warnte: "Zusammen bergen diese Belastungen das Risiko, bisherige Erfolge zu untergraben und könnten zu einer Stagnation – oder sogar zu einem Rückschritt – bei den mühsam erzielten Fortschritten führen."
Entwicklungshilfe unter Druck
Die jetzt veröffentlichten Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2024 – also auf die Zeit, bevor die Vereinigten Staaten, gefolgt von anderen großen Gebern wie dem Vereinigten Königreich und Deutschland, begannen, ihre Budgets für internationale Hilfe zu kürzen.
Laut einem Bericht der Gates-Stiftung von Ende 2025 ging die weltweite Entwicklungszusammenarbeit im Gesundheitsbereich im Jahr 2025 gegenüber 2024 um knapp 27 Prozent zurück. Die Stiftung warnte damals, dass die Fortschritte bei der Senkung der Kindersterblichkeit infolge dieser Kürzungen wieder rückläufig sein könnten.
Besorgniserregende Aussichten
Unicef-Exekutivdirektorin Catherine Russell äußerte sich besorgt: "Kein Kind sollte an Krankheiten sterben, die wir verhindern können. Doch wir sehen besorgniserregende Anzeichen dafür, dass sich die Fortschritte beim Überleben von Kindern verlangsamen – und das in einer Zeit weiterer globaler Budgetkürzungen."
Die Organisationen weisen zudem darauf hin, dass die Kürzungen nicht nur direkte Auswirkungen auf Gesundheitsprogramme haben, sondern auch die Datenerhebung schwächen könnten. Dies würde es erschweren, Fortschritte überhaupt genau zu messen und gezielte Maßnahmen zu entwickeln.
Obwohl die Zahlen für 2024 mit 4,9 Millionen Kindern einen Anstieg gegenüber dem Vorjahr (4,8 Millionen) zu zeigen scheinen, betonen die Experten, dass die Daten in den beiden Jahren unterschiedlich berechnet wurden und daher nicht direkt vergleichbar sind. Dennoch markieren sie eine bedenkliche Stagnation in den globalen Bemühungen, das Überleben von Kindern zu sichern.



