Ein Anruf verändert alles: Mit 90 Jahren noch einmal umziehen
Ulli Lange, ein pensionierter Tischler im stolzen Alter von 90 Jahren, lebte bis vor kurzem noch in seinem vertrauten Zuhause in Finowfurt. Doch dann traf ein entscheidender Anruf seiner Familie ein, der sein Leben grundlegend verändern sollte. Sein Sohn und sein Enkel waren bereits in die Kreisstadt Prenzlau übergesiedelt und wünschten sich den alten Herrn näher bei sich.
„Opa, du kommst mit“ – Die familiäre Entscheidung
Nach der Devise „Opa, du kommst auch mit“ begann die Familie, in Prenzlau nach einer geeigneten Bleibe für Ulli Lange zu suchen. Der Witwer harrte zunächst noch in seiner alten Heimat aus, in der Annahme, dass die Suche nach einem Heimplatz vermutlich sehr lange dauern würde. Doch dann kam überraschend schnell der erlösende Anruf: Eine Unterkunft war gefunden.
Wie der Nordkurier in einem Videointerview erfuhr, nahm Ulli Lange die Nachricht von seiner neuen Wohnmöglichkeit mit großer Gelassenheit auf. „Ich habe eigentlich gar keine große Angst vor diesem Schritt gehabt“, räumte der Rentner im Gespräch mit der Reporterin Claudia Marsal ein. Bereits wenige Wochen nach dem Umzug zeigte er sich im Gespräch mit der Redaktion schon „gut angewachsen“ in seiner neuen Umgebung.
Die Bedeutung der Nähe zu den Lieben
Wichtig war Ulli Lange vor allem eines: wieder nah bei seinen Familienmitgliedern zu sein. Diese kümmern sich in vorbildlicher Weise um ihren Verwandten, wie die Pfleger des Seniorendorfs Prenzlau bestätigten. Ulli Lange erhält regelmäßig Besuch, wird an Wochenenden und Feiertagen zu Ausflügen abgeholt und erfährt eine intensive familiäre Zuwendung.
„So gut haben es nicht alle“, merkte Betreuerin Dominika an. „In diesem Fall zeigt sich aber beispielhaft, wie Zusammenhalt in der Familie funktioniert.“ Die Vorfreude auf Prenzlau war bei Ulli Lange besonders groß, da ihm Bekannte bereits viel von der malerischen Stadt am Uckersee erzählt hatten. „Ich ahnte, dass das eine tolle Gegend ist und habe mittlerweile auch schon ein bisschen davon gesehen“, berichtete er.
Das Seniorendorf Prenzlau als neue Heimat
Ulli Lange bewohnt nun gemeinsam mit 28 weiteren Frauen und Männern das 2017 eröffnete Seniorendorf am Rande der Stadt. Die Einrichtung bietet perspektivisch Platz für 45 ältere und gehandicapte Menschen. Träger ist der ambulante Dienst sab, der eine Rund-um-die-Uhr-Bereitschaft mit Vollverpflegung und vielfältigen Freizeitangeboten garantiert.
Dieser Umzug im hohen Alter steht symbolisch für die Bedeutung familiärer Bindungen und generationenübergreifender Fürsorge. Ulli Langes Geschichte zeigt, dass es nie zu spät ist, neue Wege zu gehen – besonders wenn die Familie einen dabei unterstützt.



