Die Insolvenz des Awo-Kreisverbandes in Köthen gefährdet auch die ambulante Seniorenarbeit des Vereins, ein wichtiges Angebot gegen Vereinsamung und Depressionen im Alter. Was das für die Senioren bedeutet.
Von Stefanie Greiner, 29.04.2026, 11:36 Uhr
Köthen/MZ. - Sie schwatzen. Sie kichern. Sie genießen die kleine Auszeit vom Alltag. Die Stimmung in dieser Kaffeerunde ist ausgelassen. Und dennoch. Etwas bedrückt die Frauen und Männer an diesem Nachmittag: Niemand von ihnen weiß, wie es weitergeht mit ihren wöchentlichen Treffen. Und ob überhaupt.
Die Seniorenarbeit der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Köthen steht vor dem Aus. Der Kreisverband hat Insolvenz angemeldet, und damit sind auch die beliebten Kaffeerunden und Spielenachmittage in Gefahr. Diese Treffen sind für viele ältere Menschen eine wichtige soziale Anlaufstelle. Sie bieten nicht nur Unterhaltung, sondern auch die Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen und dem Alltag zu entfliehen. Gerade für Senioren, die allein leben, sind solche Angebote essenziell, um Vereinsamung und Depressionen vorzubeugen.
Ungewisse Zukunft für die Seniorentreffs
Die Verantwortlichen sind bemüht, eine Lösung zu finden. Doch die finanzielle Lage des Kreisverbandes ist angespannt. Die ambulante Seniorenarbeit ist nur ein Teil der Angebote, die von der Insolvenz betroffen sind. Auch andere Projekte der Awo in Köthen stehen auf der Kippe. Die Senioren hoffen, dass die Treffen irgendwie weitergeführt werden können, vielleicht mit Unterstützung von anderen Trägern oder Ehrenamtlichen.
Die Stadt Köthen hat sich bisher noch nicht konkret zur Zukunft der Seniorenarbeit geäußert. Es bleibt abzuwarten, ob und wie die Angebote gerettet werden können. Für die betroffenen Senioren ist die Ungewissheit eine große Belastung. Sie wünschen sich nichts sehnlicher, als dass ihre vertrauten Treffen erhalten bleiben.



