Drastischer Anstieg der Mietkosten für Bürgergeld-Empfänger
Die Jobcenter in Deutschland müssen immer höhere Unterkunftskosten für Stütze-Bezieher übernehmen, da die Mieten kontinuierlich steigen. Dies teilt die Bundesagentur für Arbeit mit Sitz in Nürnberg mit und liefert besorgniserregende Zahlen zur Entwicklung der Wohnkosten für Sozialleistungsempfänger.
Konkrete Zahlen und Entwicklungen
Im Dezember 2025 lagen die durchschnittlichen Mietkosten für Bürgergeld-Haushalte bei 468,25 Euro pro Monat, ohne Heizung und Nebenkosten. Im Vorjahresmonat waren es noch 456,18 Euro. Seit dem Jahr 2020 ist ein Anstieg von 19,1 Prozent zu verzeichnen, was die finanzielle Belastung für die öffentlichen Kassen deutlich erhöht.
Zusätzlich zu den reinen Mietkosten fallen im Schnitt noch 115,99 Euro Betriebskosten pro Wohnung und Monat an. Davon entfielen 98,10 Euro auf die Kosten für Heizung und Warmwasser, was die Gesamtbelastung weiter in die Höhe treibt.
Unterschiede nach Haushaltsgröße
Die Mietkosten variieren erheblich je nach Größe des Haushalts:
- Für einen Single-Haushalt fallen durchschnittlich 358,12 Euro Miete an.
- Ein Zwei-Personen-Haushalt zahlt 466,38 Euro.
- Bei drei Personen sind es 543,95 Euro.
- Vier-Personen-Haushalte kommen auf 617,49 Euro.
- Die höchsten Kosten von 855,16 Euro im Monat entstehen bei Haushalten mit sechs oder mehr Personen.
Statistische Verteilung der Haushalte
Von den insgesamt 2,54 Millionen Bürgergeld-Haushalten im Dezember 2025 waren fast die Hälfte (46,8 Prozent) Singles. Weitere 21,2 Prozent waren Zwei-Personen-Haushalte, während 13,9 Prozent drei Personen, neun Prozent vier Personen, fünf Prozent fünf Personen und 4,1 Prozent sechs oder mehr Personen umfassten.
Jede Bürgergeld-Wohnung verfügte im Durchschnitt über 61,31 Quadratmeter Wohnfläche, was pro Bewohner 35,34 Quadratmeter entspricht. Diese Zahlen unterstreichen die heterogene Struktur der betroffenen Haushalte und die unterschiedlichen finanziellen Anforderungen.
Finanzielle Auswirkungen auf den Steuerzahler
Die steigenden Mietkosten haben erhebliche finanzielle Konsequenzen. Allein im Dezember 2025 zahlten die Jobcenter über 13 Milliarden Euro für die Mieten der 2,54 Millionen Bürgergeld-Haushalte. Diese Summe verdeutlicht die immense Belastung der öffentlichen Haushalte durch die Wohnkostenunterstützung.
Die kontinuierliche Zunahme der Mietkosten stellt eine Herausforderung für das Sozialsystem dar und wirft Fragen nach nachhaltigen Lösungen für bezahlbaren Wohnraum auf.



