Mehr als nur Romantik: Die vielfältigen Facetten des Küssens in Kultur und Gesellschaft
Die vielfältigen Facetten des Küssens in Kultur und Gesellschaft

Mehr als nur Romantik: Die vielfältigen Facetten des Küssens

Der Kuss ist eine universelle Geste, die weit über die einfache Berührung der Lippen hinausgeht. Ob in der Kunst, im Film oder im alltäglichen Leben – Küsse sind allgegenwärtig und tragen vielfältige Bedeutungen. Warum der Kuss nicht immer gleich aussieht, was ihn zu einem Glücksfaktor macht und welche Rolle der allererste Kuss spielt, wird in diesem Artikel beleuchtet.

Kulturelle Unterschiede beim Küssen

Keineswegs wird überall gleich geküsst. In Europa, Nordamerika und dem Mittleren Osten ist das romantische Küssen weit verbreitet, wie Ulrike Zeitlinger in ihrem Buch „Kiss me, Baby! Eine Liebeserklärung an den Kuss“ schreibt. In einigen asiatischen Ländern hingegen ist öffentliches Küssen oft nicht gern gesehen. Mancherorts dient der Kuss als Begrüßung, etwa auf der Wange oder der Hand. Eine besondere Variante ist der sogenannte „Kunik“ der Inuit, bei dem die Nasenspitze gegen die Wange gedrückt oder gerieben wird.

Kussgewohnheiten und Kommunikation

Nach Angaben des Psychotherapeuten Wolfgang Krüger küssen sich deutsche Paare durchschnittlich zwei bis drei Mal am Tag, wobei erotische Küsse in vielen Ehen seltener werden. In Italien wird deutlich mehr und leidenschaftlicher geknutscht. Die durchschnittliche Dauer eines erotischen Kusses liegt heute bei mindestens elf Sekunden. Für schöne Küsse ist ein Vertrauensverhältnis entscheidend, betont Krüger. „Küssen ist Kommunikation“, erklärt Kommunikationswissenschaftler Hektor Haarkötter, der verschiedene Kussarten als Dialekte bezeichnet, mit denen Gefühle und Bedürfnisse ausgedrückt werden.

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Der Kuss in Kunst und Film

In der Kunst ist der Kuss ein zentrales Motiv, von Auguste Rodin bis Gustav Klimt. Kunsthistorikerin Karin Kranhold erklärt, dass der Kuss durch seine Vieldeutigkeit – religiös, rituell oder politisch – künstlerisch anspruchsvoll darzustellen ist. Ein bekanntes Beispiel ist der sozialistische Bruderkuss an der Berliner Mauer. Im Film spielt der Kuss seit den Anfängen des Kinos eine fundamentale Rolle. Bereits 1896 gab es den ersten Filmkuss, und in Hollywood wurde bis in die 1960er Jahre genau geregelt, wie lange und in welcher Haltung geküsst werden durfte. Ikonisch ist der Kuss zwischen Humphrey Bogart und Ingrid Bergmann in „Casablanca“.

Gesundheitliche Vorteile und der erste Kuss

Küssen ist auch gesundheitsfördernd. Es senkt den Blutdruck, stärkt das Immunsystem und hilft beim Stressabbau, so Buchautorin Zeitlinger. Psychotherapeut Krüger betont, dass Küssen ein Glücksfaktor ist, der Hormone ausschüttet und den Körper belebt. Der erste Kuss, ob in der Jugend oder in einer neuen Beziehung, hat eine besondere Bedeutung. Er markiert oft das Ende der Kindheit und ist ein entscheidender Moment für die weitere Entwicklung einer Beziehung.

Insgesamt zeigt sich, dass der Kuss eine vielschichtige Geste ist, die kulturell, kommunikativ und gesundheitlich von großer Bedeutung ist. Er verbindet Menschen, drückt Emotionen aus und bereichert das Leben in vielfältiger Weise.

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