Der Verband der Familienunternehmer erwartet, dass die Mehrheit der Unternehmen die mögliche Entlastungsprämie von bis zu 1000 Euro für ihre Mitarbeiter nicht zahlen wird. Die Präsidentin des Lobbyverbands, Marie-Christine Ostermann, sagte der „Rheinischen Post“, dass viele Unternehmer die Prämie nach mehreren Jahren Rezession nicht stemmen könnten. Die Zahlen stammen aus einer aktuellen Umfrage des Verbands, die der Zeitung vorlag.
Umfrageergebnisse im Detail
Laut der Umfrage wollen 57 Prozent der Unternehmer die Prämie nicht zahlen, 31 Prozent nur teilweise. Nur zwölf Prozent der befragten Unternehmer sind bereit, das Geld vollständig auszuzahlen. Der Bundestag hatte im April beschlossen, dass Unternehmen angesichts der Energiekrise ihren Beschäftigten eine Prämie von bis zu 1000 Euro steuer- und abgabenfrei zahlen können. Diese Maßnahme soll bis zum 30. Juni 2027 möglich sein. Der Bundesrat stimmt am 8. Mai darüber ab.
Kritik an der Bundesregierung
Ostermann kritisierte, dass die Bundesregierung von Entlastung spreche, die Kosten aber auf die Unternehmen abwälze. Dies geschehe in der längsten Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg. Der Verband der Familienunternehmer vertritt Firmen aus verschiedenen Branchen, von Mittelständlern bis zu Weltkonzernen.
Forderung nach technologieoffener Politik
Zur Senkung der Energiekosten forderte Ostermann eine komplett technologieoffene Politik, die auch den Bau kleiner Atomkraftwerke ermöglichen könnte. Sie sagte, es könne nicht sein, dass nach 30 Jahren etwa die Solarwirtschaft immer noch subventioniert werde. Der Verband der Familienunternehmer sei dafür, das Verbot von Kernkraft zu beenden. Die Debatte über Atomkraft ist vor dem Hintergrund des Irankriegs wieder aufgeflammt. Praxisbeispiele aus anderen Ländern zeigen jedoch, dass die sogenannten Mini-AKW häufig viel teurer werden als geplant. Selbst Energiekonzerne bezweifeln die Wirtschaftlichkeit dieser Idee.



