DRK schließt Kleiderkammer in Waren: Finanzielle Belastung zu hoch für Hilfsangebot
Ab April wird es in Waren an der Müritz keine Anlaufstelle mit gebrauchter Kleidung mehr für bedürftige Menschen geben. Die Kleiderkammer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) schließt hier zum 31. März endgültig, teilt DRK-Geschäftsführer Uwe Jahn mit. Zuvor wurden bereits etliche Kleidercontainer in mehreren Städten abgebaut.
Umsätze sind dramatisch zurückgegangen
Besonders für Menschen mit geringem Einkommen war die Kleiderkammer seit Jahren ein Ort, um sich günstig einzukleiden. Zwei bis drei Euro kostete ein Second-Hand-Kleidungsstück. Doch für das Deutsche Rote Kreuz (DRK) geht die Rechnung nicht mehr auf, die Umsätze schwinden.
Allein in den ersten drei Monaten in diesem Jahr habe das DRK ein Minus in Höhe von 4500 Euro, das würde ein negatives Jahressaldo von rund 18.000 Euro bedeuten, erklärt Uwe Jahn. Bereits im vergangenen Jahr schrieb das DRK mit den Kleiderkammern ein Minus von 13.700 Euro.
Mitarbeiter werden entlassen
Jetzt folgt die logische Konsequenz. Die Kleiderkammer in Waren macht dicht, da immer weniger gekauft werde und auch weil keiner die Kleiderkammern aufgrund der Brückensperrung erreichen könne. Die Mitarbeiter, in der Regel geringfügig beschäftigte Rentner, werden laut DRK-Geschäftsführer entlassen.
Viele Sachen mussten in den vergangenen Jahren an die Spender zurückgegeben werden, da es sich oft um unbrauchbare oder kaputte Kleidung handelte. Dies hätte oft auch in wüsten Beschimpfungen der Mitarbeiter geendet. In einem DRK-Kleidercontainer seien zudem Schlachtabfälle entsorgt worden, berichtet Jahn.
Hohe Entsorgungskosten belasten das DRK
Unbrauchbare Kleidung müsse das DRK zudem teuer bei dem Entsorgungsunternehmen Remondis entsorgen lassen. „275 Euro an Entsorgungskosten sind in den letzten Monaten in Neustrelitz und 600 Euro in Waren angefallen“, rechnet der Geschäftsführer vor.
Die gute Nachricht: Die Kleiderkammer in Neustrelitz bleibt bis Ende des Jahres offen, obwohl zunächst die Schließung für Ende März prognostiziert wurde. Dies sei vorrangig dem Engagement der Mitarbeiter zu verdanken, die um ihren Arbeitsplatz kämpfen. Möglich sei das Weiterführen der Kleiderkammer in Neustrelitz aber nur mit Preiserhöhungen, gibt Uwe Jahn einen Ausblick.
Die Schließung der Kleiderkammer in Waren markiert einen weiteren Rückschlag für soziale Hilfsangebote in der Region. Das DRK betont, dass die finanziellen Belastungen durch sinkende Umsätze und steigende Entsorgungskosten langfristig nicht tragbar sind. Für bedürftige Menschen bedeutet dies den Verlust einer wichtigen Anlaufstelle, während die Mitarbeiter ihre Beschäftigung verlieren.



