Vom Schloss in die Kaserne: Europas Prinzessinnen im militärischen Drill
Der Glamour des königlichen Lebens wird gegen Tarnanzug und militärischen Drill getauscht: In Europas Königshäusern ist der Wehrdienst für junge Royals längst zur Tradition geworden. Während Dänemarks Prinzessin Isabella im Sommer ihren Dienst antritt, haben andere Thronfolgerinnen die Ausbildung bereits erfolgreich absolviert. In unsicheren Zeiten werden die Königskinder in Uniform sogar zu Vorbildern für andere Wehrdienst-Anwärter.
Dänemark: Isabella folgt königlicher Familientradition
Prinzessin Isabella von Dänemark beginnt im Sommer mit ihrem Wehrdienst beim Gardehusar-Regiment in Slagelse. Die 18-Jährige tritt damit nicht nur in die Fußstapfen ihres Bruders Kronprinz Christian, sondern führt eine lange Familientradition fort. Bereits ihre Großmutter, Alt-Königin Margrethe, absolvierte als Prinzessin eine militärische Ausbildung und leistete zwölf Jahre freiwilligen Dienst bei der Luftwaffe. Isabella gehört zu den ersten Frauen, die den auf elf Monate verlängerten Wehrdienst in Dänemark absolvieren – eine Reaktion auf die veränderte Sicherheitslage in Europa.
Niederlande: Thronfolgerin Amalia als Inspiration
Die niederländische Kronprinzessin Amalia hat ihre Grundausbildung bereits abgeschlossen und setzt die Ausbildung zur Reservistin parallel zu ihrem Jurastudium fort. Als erste Thronfolgerin im Tarnanzug der Oranjes setzt sie neue Maßstäbe. Sogar ihre Mutter, Königin Máxima, ließ sich davon inspirieren und meldete sich freiwillig zum Reservisten-Dienst. Das Verteidigungsministerium verzeichnete nach den Entscheidungen der Royals einen deutlichen Anstieg der Anmeldungen zum Wehrdienst.
Belgien: Elisabeth als künftige Oberbefehlshaberin
Kronprinzessin Elisabeth von Belgien durchlief eine zweijährige Ausbildung an der königlichen Militärschule in Brüssel und ist heute Offizierin. Als künftige Königin wird sie die erste Frau sein, die in Belgien den Thron besteigt und damit automatisch Oberbefehlshaberin der Streitkräfte wird. „Die Monarchin muss jederzeit symbolisch in der Lage sein, zu den Waffen zu greifen“, erklärt Royal-Experte Thomas de Bergeyck diese historisch verankerte Erwartung.
Spanien: Leonor ohne royalen Bonus
Spaniens Kronprinzessin Leonor befindet sich in der Endphase ihrer dreijährigen militärischen Ausbildung, die sie auf ihre Rolle als „Capitana General“ vorbereitet. Von der Armee über die Marine bis zur Luftwaffe durchläuft sie alle Teilstreitkräfte – ohne royale Bevorzugung. Sie teilte sich Kabinen, schlief in Kojen und absolvierte Überlebenstraining. Trotz ihres als schüchtern beschriebenen Charakters bewies sie körperliche Fitness und organisatorisches Talent.
Großbritannien und Norwegen: Tradition seit Generationen
Im Vereinigten Königreich begann die Tradition bereits mit Elizabeth II., die 1945 der Frauenabteilung der Armee beitrat. Ihre Nachfolger setzten diesen Weg fort: König Charles diente in der Royal Navy, seine Söhne William und Harry leisteten jahrelangen Militärdienst. In Norwegen absolvierte Erbprinzessin Ingrid Alexandra 15 Monate Grundwehrdienst beim Pionierbataillon. „Ich habe viel über mich selbst gelernt“, resümierte sie nach Abschluss ihrer Ausbildung.
Die militärische Ausbildung europäischer Prinzessinnen dient nicht nur der Vorbereitung auf mögliche Führungsrollen als Oberbefehlshaberinnen, sondern sendet in unsicheren Zeiten auch ein wichtiges Signal an die Bevölkerung. Während Isabella in Dänemark ihre Ausbildung beginnt, haben andere junge Royals bereits bewiesen, dass royale Herkunft und militärischer Drill durchaus vereinbar sind.



