Vier Jahre nach Hanau: Überlebender Said Etris Hashemi fordert entschlossenen Kampf gegen Rassismus
Am Montag, dem 16. März 2026, war Said Etris Hashemi, einer der Überlebenden des rechtsextremen Anschlags von Hanau, im Domstadtkino Merseburg zu Gast. Seine Anwesenheit markierte den Auftakt der Internationalen Wochen gegen Rassismus im Saalekreis, einer von der Partnerschaft für Demokratie organisierten Programmreihe, die noch bis Ende März andauert. Hashemi, der das Attentat schwerverletzt überlebte, nutzte die Veranstaltung, um eindringlich an die junge Generation zu appellieren: „Schmiedet Allianzen und wehrt euch“.
Kritik an Medien und Behörden: Ein Jahr Kampf um korrekte Namensnennung
In seiner emotionalen Rede schilderte Hashemi die Schwierigkeiten, mit denen Opfer und Angehörige nach der Tat konfrontiert waren. „Wir mussten ungefähr ein Jahr den Medienhäusern hinterherrennen, damit sie überhaupt unsere Namen richtig schreiben“, berichtete er vor dem Publikum. Diese Erfahrung unterstreicht seine Kritik am Umgang von Behörden und Öffentlichkeit mit den Betroffenen, die er auch in seinem kürzlich veröffentlichten Buch thematisiert. Vier Jahre nach dem verheerenden Anschlag, bei dem neun Menschen aus rassistischen Motiven ermordet wurden, bleibt die Aufarbeitung für viele eine schmerzhafte und langwierige Prozedur.
Internationale Wochen gegen Rassismus: Ein Forum für Dialog und Widerstand
Die Veranstaltung in Merseburg ist Teil einer breiteren Initiative, die darauf abzielt, das Bewusstsein für Rassismus zu schärfen und Gegenstrategien zu entwickeln. Die Internationalen Wochen gegen Rassismus im Saalekreis bieten eine Plattform für Diskussionen, Workshops und kulturelle Beiträge, um gesellschaftliche Spaltungen zu überwinden. Hashemis Appell richtet sich insbesondere an junge Menschen, die er dazu aufruft, aktiv zu werden und Solidaritätsnetzwerke zu bilden. Seine Botschaft ist klar: Nur durch gemeinsames Handeln kann Rassismus effektiv bekämpft werden.
Persönliche Verarbeitung und öffentliche Verantwortung
Hashemis Buch, das seine Erlebnisse und Reflexionen dokumentiert, dient nicht nur als persönliches Zeugnis, sondern auch als politisches Statement. Er betont die Notwendigkeit, Opfergeschichten ernst zu nehmen und strukturelle Defizite in der Gesellschaft anzugehen. Die Veranstaltung in Merseburg unterstreicht die Bedeutung solcher Foren, wo Betroffene ihre Stimmen erheben können und die Öffentlichkeit für die anhaltenden Herausforderungen sensibilisiert wird. Die junge Generation trägt dabei eine besondere Verantwortung, die Zukunft inklusiver und gerechter zu gestalten.



