221.500 Kinder betroffen: Immer mehr junge Menschen leben außerhalb der eigenen Familie
Immer mehr Kinder leben außerhalb der eigenen Familie

Immer mehr Kinder leben außerhalb der eigenen Familie: 221.500 junge Menschen betroffen

Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die außerhalb ihrer eigenen Familien leben, ist im zweiten Jahr in Folge gestiegen. Nach aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes wohnten im Jahr 2024 etwa 221.500 junge Menschen zumindest zeitweise in Heimen oder bei Pflegefamilien. Das entspricht einem Anstieg von rund drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Hauptgrund: Unbegleitete minderjährige Einwanderer

Bereits 2023 hatte es einen Anstieg von vier Prozent gegeben. Ein wesentlicher Faktor für den erneuten Zuwachs sind unbegleitet eingereiste Minderjährige. Nach der Inobhutnahme durch das Jugendamt werden diese meist in Einrichtungen und betreuten Wohnformen untergebracht. Gut zwei Drittel des Anstiegs im Jahr 2024 gehen auf diese Gruppe zurück.

Altersabhängige Unterbringung und Careleaver

Die Unterbringung der Kinder hängt stark vom Alter ab. Jüngere Minderjährige bis zehn Jahre kommen überwiegend zu Pflegefamilien, während ältere ab elf Jahren eher in Wohngruppen leben. Rund drei Viertel der Betroffenen waren noch nicht volljährig. Etwa 24 Prozent waren sogenannte Careleaver – junge Erwachsene im Übergang aus der öffentlichen Erziehungshilfe.

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Hintergründe und familiäre Situation

Die Eltern der betroffenen Minderjährigen und jungen Menschen sind in 47 Prozent der Fälle alleinerziehend, was besonders häufig vorkommt. Als Hauptgründe für die Unterbringung außerhalb der Familie nannte das Statistische Bundesamt für 2024:

  • Ausfall der Bezugsperson mit 19 Prozent – beispielsweise bei Einreise ohne Eltern oder Erkrankung eines Elternteils
  • Eingeschränkte Erziehungskompetenz mit 15 Prozent – wenn Eltern überfordert oder unsicher waren
  • Kindeswohlgefährdung durch Vernachlässigung, Misshandlung oder sexuelle Gewalt mit 13 Prozent

Die Kindeswohlgefährdung hatte in Deutschland im Jahr 2025 mit mehr als 72.000 Fällen einen neuen, erschreckenden Höchststand erreicht, was die Dringlichkeit der Thematik unterstreicht.

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