Sachsen-Anhalts Jugendherbergen in Finanznot: Familien sparen am Kurzurlaub
Jugendherbergen in Sachsen-Anhalt in Finanznot

Die Jugendherbergen in Sachsen-Anhalt stecken in einer tiefen Krise. Die Auslastung der zwölf Häuser im Bundesland sinkt kontinuierlich. Immer mehr Familien können sich Kurzurlaube nicht mehr leisten, und auch Vereinsfahrten werden seltener gebucht. Die Einrichtung in Kelbra im Landkreis Mansfeld-Südharz steht nun vor der Schließung. Bereits im Januar hatte die Jugendherberge in Gorenzen ihre Türen für immer geschlossen. Damit gibt es im gesamten Kreis Mansfeld-Südharz keine Jugendherberge mehr.

Finanzielle Belastung für Familien

Die steigenden Lebenshaltungskosten und die allgemeine Teuerung machen Kurzurlaube für viele Familien zu einem Luxusgut. „Wir beobachten, dass die Buchungen für Familienaufenthalte deutlich zurückgehen“, sagt Steffen Trempelmann, Herbergsleiter in Kelbra. „Viele Eltern müssen jeden Euro zweimal umdrehen und sparen als Erstes bei Freizeitaktivitäten.“ Auch die traditionellen Vereinsfahrten, die früher einen festen Bestandteil des Buchungsaufkommens ausmachten, finden immer seltener statt. Die Jugendherbergen leiden unter dem allgemeinen Sparzwang in der Bevölkerung.

Neue Angebote als Rettungsanker?

Um die sinkende Nachfrage zu kompensieren, setzen die Betreiber auf neue Konzepte. Dazu gehören etwa günstige Paketangebote für Familien mit Ermäßigungen, verstärkte Kooperationen mit Schulen und Vereinen sowie die Ausrichtung von Themenwochenenden zu günstigen Preisen. „Wir müssen kreativ werden, um die Häuser zu füllen“, erklärt ein Sprecher des Jugendherbergsverbands Sachsen-Anhalt. Dennoch bleibt die Situation angespannt. Ohne eine deutliche Verbesserung der wirtschaftlichen Lage vieler Familien oder zusätzliche staatliche Unterstützung drohen weitere Schließungen.

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Die Schließung der Jugendherberge in Kelbra wäre ein herber Verlust für die Region. Sie war nicht nur eine beliebte Unterkunft für Schulklassen und Vereine, sondern auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für den Tourismus im Mansfeld-Südharz. Die Verantwortlichen hoffen nun auf neue Angebote, um die verbleibenden Häuser zu retten.

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