Die junge Mutter Laura Bachmann steht vor einer schier unlösbaren Situation. Die gebürtige Rostockerin zog im April 2026 nach Edensbach bei Waldburg in Baden-Württemberg, um eine Stelle als stellvertretende Museumsleiterin im Schloss Waldburg anzutreten. Ihre fünfjährige Tochter musste sie jedoch in Rostock bei der Großmutter zurücklassen – rund 900 Kilometer entfernt. Der Grund: Es gibt keinen geeigneten Kita-Platz mit Ganztagsbetreuung.
Ein Job mit Hindernissen
Bachmann, studierte Asienwissenschaftlerin und alleinerziehende Mutter, war auf die Vollzeitstelle angewiesen. „Ich bin sehr froh, dass ich den Job bekommen habe, aber als Alleinerziehende brauche ich das Geld“, erklärt sie. Bei der Vertragsunterzeichnung vertraute sie auf den gesetzlichen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz, der in Deutschland ab dem ersten Lebensjahr besteht. Der Kindergarten Vogelnest in Waldburg sagte zwar zu, ihre Tochter aufzunehmen – jedoch nur zu den regulären Öffnungszeiten: dienstags und donnerstags bis 14:30 Uhr, freitags nur bis 14 Uhr. Eine Ganztagsbetreuung ist nicht verfügbar, auch nicht im zwölf Kilometer entfernten Ravensburg.
Herzzerreißende Trennung
„Mir tut die Trennung sehr weh. Das kann keine Dauerlösung sein“, sagt Bachmann. Sie arbeitet bereits in Vollzeit, während ihre Tochter in Rostock von der Oma betreut wird. Alle Beteiligten suchen nach Lösungen, doch es hapert an der Umsetzung. Das Jugendamt bot an, eine private Ganztagsbetreuung nach den Kindergartenzeiten zu finanzieren – doch es findet sich keine ausgebildete Betreuungsperson im Umkreis von zehn Kilometern. Auch eine Kostenbeteiligung des Jugendamts an einer Ausbildung für eine Betreuungsperson blieb bisher erfolglos. Der Kindergarten könnte die Öffnungszeiten auf 17 Uhr ausweiten, doch dafür fehlt das Personal, das sich bei der geringen Kinderzahl nicht rechnet.
Rechtliche Hürden
Obwohl ein gesetzlicher Anspruch auf einen Betreuungsplatz besteht, umfasst dieser nicht automatisch eine Ganztagsbetreuung. Da Jugendamt und Gemeinde nach Kräften helfen, ist die Situation rechtlich einwandfrei – für Bachmann dennoch unerträglich. „Ich hätte nie gedacht, dass die Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland so groß sind. Ich zahle in Waldburg die dreifache Miete, die Kita-Kosten wären dreimal so hoch – und dafür bekomme ich nicht mal eine Ganztagsbetreuung“, klagt sie.
Hilferuf in der Not
Bachmann hofft, dass sich durch diesen Artikel doch noch eine Betreuungsperson findet. Diese müsste das Kind an drei Nachmittagen pro Woche aus der Kita abholen und bis 17 Uhr betreuen. Entweder fertig ausgebildet oder bereit, eine kurze Ausbildung zu durchlaufen. Sollte sich niemand finden, müsste die Tochter bis zur Einschulung im Sommer 2027 in Rostock bleiben. „Das würde mir das Herz zerreißen“, sagt Laura Bachmann verzweifelt. Wer helfen möchte, kann sich per E-Mail melden.



