Die besten Führungskräfte der Welt? Kleinkinder als Vorbild für Manager
Teure Managerseminare sind oft überflüssig, findet Reporter Matthias Lanin. Stattdessen könnten Führungskräfte wertvolle Lektionen von Dreijährigen lernen. Prioritätensetzung, To-Do-Listen und Work-Life-Balance werden von Kleinkindern auf natürliche Weise beherrscht, während Erwachsene sich in komplexen Systemen verlieren.
Unmittelbare Durchsetzungsstärke ohne Zögern
Meine Tochter verhandelt mit einer Überzeugungskraft, von der viele Manager nur träumen können. Egal ob an der Supermarktkasse, in der Bibliothek oder mitten auf dem Fußgängerüberweg – wenn eine Sache geklärt werden muss, wird sie sofort geklärt. Es gibt keinen prüfenden Blick auf Umstehende, keine aufwändige Kosten-Nutzen-Analyse über den richtigen Zeitpunkt. Der Moment ist jetzt, also wird jetzt verhandelt. Diese direkte Herangehensweise fehlt oft in Besprechungsräumen, wo Entscheidungen endlos verschleppt werden.
Klare Prioritäten ohne Kompromisse
Besonders beeindruckend ist die Spielplatzfrage. Wenn die Rutsche noch nicht oft genug benutzt wurde, kann das Abendbrot kalt werden, Peppa Wutz alleine fernsehen und das Schaumbad in sich zusammenfallen. All diese Dinge sind nachrangig. Die Rutsche hat absoluten Vorrang, Punkt. Erwachsene hingegen sitzen in Meetings und sortieren zwölf Prioritäten in eine Matrix, die am Ende aussieht wie ein Sitzplan für eine Hochzeit, auf der sich niemand versteht. Wir schreiben To-Do-Listen für unsere To-Do-Listen und verlieren uns in Details.
Die Weisheit der Pfützenlogik
Und dann gibt es diese Pfützen. Steht eine Pfütze auf dem Weg zum Kindergarten, bleibt die Welt einfach stehen. Der Zeitplan? Unwichtig. Die neuen Schuhe? Kollateralschaden. Sie springt mit vollem Einsatz hinein, als wäre es die letzte Pfütze dieser Erde. Währenddessen checken Erwachsene E-Mails um 22 Uhr, weil irgendjemand irgendetwas als dringend markiert hat, ohne die eigentliche Bedeutung zu hinterfragen. Vielleicht ist das die entscheidende Lektion: Weniger komplizierte Matrix, mehr einfache Pfützenlogik.
Fazit: Zurück zu den Grundlagen
Die kindliche Herangehensweise zeigt, dass Effektivität oft in Einfachheit liegt. Anstatt sich in endlosen Analysen zu verlieren, könnten Manager von der unmittelbaren Entschlossenheit und klaren Prioritätensetzung von Kleinkindern profitieren. Es geht darum, Wesentliches von Unwesentlichem zu trennen und mutig zu handeln, ohne ständig auf äußere Bewertungen zu achten. Diese natürliche Führungsqualität ist kostenlos und jederzeit verfügbar – man muss nur genau hinschauen.



