Merz kündigt Rentenreform an: Basisabsicherung statt Lebensstandard
Merz: Rente wird nur noch Basisabsicherung sein

Merz kündigt tiefgreifende Sozialreformen an: Rente als Basisabsicherung, Pflege wird teurer

Bundeskanzler Friedrich Merz hat die Bevölkerung auf einschneidende Veränderungen im Renten- und Pflegesystem vorbereitet. Kurz vor dem ersten Jahrestag seiner Amtszeit Anfang Mai kündigte der CDU-Vorsitzende beim Jahresempfang des Bundesverbands deutscher Banken in Berlin grundlegende Reformen an, die besonders für Rentner und Pflegebedürftige spürbare Konsequenzen haben werden.

Rente allein reicht nicht mehr aus

Merz stellte klar: »Die gesetzliche Rentenversicherung allein wird allenfalls noch die Basisabsicherung sein für das Alter. Sie wird nicht mehr ausreichen, um den Lebensstandard zu sichern.« Der Kanzler betonte, dass kapitalgedeckte Elemente einer betrieblichen und privaten Altersvorsorge in weit größerem Umfang hinzutreten müssten, als dies bisher auf freiwilliger Basis der Fall sei.

Die schwarz-rote Koalition arbeitet derzeit intensiv an einer umfassenden Reform der Rentenversicherung. Eine von der Regierung eingesetzte Expertenkommission soll bereits im Sommer konkrete Vorschläge vorlegen. »Wir haben einiges erreicht, aber wir sind weit davon entfernt, dass es genug ist«, resümierte Merz seine erste Regierungsbilanz.

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Neue private Vorsorgemöglichkeiten ab Januar

Der Bundestag hat bereits den Weg für einen Nachfolger der unbeliebten Riester-Rente freigemacht. Ab Januar 2027 sollen neue Möglichkeiten geschaffen werden, privat und staatlich gefördert für das Alter vorzusorgen. Die Bundesregierung verfolgt damit das Ziel, dass mehr Bürgerinnen und Bürger zusätzliches Geld für ihre Rente zurücklegen.

Merz versprach zudem, den Anstieg der Sozialversicherungsbeiträge zu stoppen und eine strukturelle Reform der gesetzlichen Krankenversicherung auf den Weg zu bringen. Die Koalition müsse und werde hier entschlossen handeln, so der Bundeskanzler.

Einschränkungen bei der Pflegeversicherung geplant

Parallel zur Rentenreform plant Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) deutliche Einschnitte bei der Pflegeversicherung. Nach Informationen aus Koalitionskreisen sehen erste Entwürfe folgende Maßnahmen vor:

  • Die gestaffelten Zuschüsse für Pflegeheimbewohner sollen langsamer anwachsen als bisher, was zu höheren Eigenanteilen führen würde
  • Die Anerkennung als pflegebedürftig wird erschwert – ein höherer Grad an Einschränkung soll für die Pflegegrade 1, 2 und 3 notwendig werden
  • Die beitragsfreie Familienversicherung soll eingeschränkt werden: Mitversicherte Ehepartner ohne Kindererziehungs- oder Pflegeaufgaben müssen künftig zusätzliche Beiträge zahlen

Diese Änderungen dürften einen massiven Einfluss auf die Zahl der anerkannten Pflegebedürftigen haben und damit erhebliche Einsparungen für die Versicherungsträger bringen. Die geplanten Reformen zielen darauf ab, Milliardensummen einzusparen und weitere Beitragserhöhungen abzuwenden.

Die schwarz-rote Koalition stellt mit diesen Ankündigungen die Weichen für eine der umfassendsten Sozialreformen der letzten Jahrzehnte. Während die Regierung von notwendigen strukturellen Anpassungen spricht, dürften die geplanten Veränderungen bei vielen Bürgerinnen und Bürgern auf wenig Begeisterung stoßen.

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