Großzügige Stiftung in bester Lage: Ein Haus für die Gesundheit
Direkt gegenüber der Münchner Residenz entsteht ein außergewöhnliches Projekt, das Denkmalschutz mit sozialer Verantwortung verbindet. Die verstorbene Geschäftsfrau Marianne Schmidbauer-Landes hat ihr denkmalgeschütztes Jugendstilhaus in der Residenzstraße 24 nicht verkauft, sondern für einen wohltätigen Zweck gestiftet. Die Immobilie in allerfeinster Innenstadtlage soll dauerhaft schwer- und schwerstkranken Kindern im Haunerschen Kinderspital zugutekommen.
Eine persönliche Motivation hinter der großzügigen Geste
Marianne Schmidbauer-Landes, die 2008 im Alter von 75 Jahren kinderlos verstarb, hatte selbst lebenslang mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Als junges Mädchen war sie über längere Zeit Patientin in der Kinderklinik gewesen, was ihre Entscheidung maßgeblich beeinflusste. In ihrem Testament verfügte sie, dass mit dem Gebäude dauerhaft den kleinen Patienten geholfen werden muss. „Sie hatte offenbar den Wunsch, etwas zurückzugeben“, erklärte Christoph Kahl, Leiter der LMU-Stiftungen.
Vom Modehaus zur modernen Nutzung mit historischem Charme
Das Gebäude wurde 1907 von den bekannten Architekten Jakob Heilmann und Max Littmann erbaut und beherbergte jahrzehntelang das Modehaus W & G Linke. Nach dem Tod der Stifterin vermachte sie das prächtige, aber sanierungsbedürftige Haus der Ludwig-Maximilians-Universität – verbunden mit der Auflage, eine Stiftung zu gründen. Seit April 2025 wird das Jugendstilgebäude komplett saniert, wobei der Dachstuhl wieder als originale Tonnengaube von 1907 rekonstruiert wurde.
Innovatives Finanzierungsmodell sichert langfristige Hilfe
Da die neu gegründete Marianne-Schmidbauer-Landes-Stiftung die hohen Sanierungskosten nicht selbst aufbringen konnte, wurde das Gebäude für 99 Jahre an die Niersberger Group verpachtet. Das Unternehmen aus der Metropolregion Nürnberg fungiert als Pächter, Projektentwickler und künftiger Betreiber. Im Sommer sollen bereits die ersten Mieter einziehen, darunter der Online-Möbelhändler Westwing mit einem Flagship-Store, eine Rechtsanwaltskanzlei und ein Denkmalimmobilienberater.
Unter dem rekonstruierten Dach entsteht eine 240 Quadratmeter große Luxuswohnung über zwei Etagen mit Blick auf die Residenz und die Theatinerkirche. Die Miete wird etwa 10.000 Euro pro Monat betragen. René Fabian, Geschäftsführer der Niersberger Group, erläutert das Konzept: „In den ersten zehn Jahren müssen sich die Sanierungskosten amortisieren. Danach fließt die volle Erbpacht an die Stiftung, die das Kinderspital unterstützt.“
Vorbildliches Engagement findet breite Anerkennung
Professor Christoph Klein, der ärztliche Direktor des Haunerschen Kinderspitals, zeigt sich beeindruckt: „Das Haunersche Kinderspital ist auf Spenden angewiesen. Ich wünsche mir, es gäbe mehr solche Immobilieneigentümer und Menschen wie Marianne Schmidbauer-Landes in München.“ Das Projekt demonstriert eindrucksvoll, wie Denkmalschutz, moderne Nutzungskonzepte und gesellschaftliches Engagement erfolgreich zusammengeführt werden können.
Noch heute zeugt eine Klingel mit ihrem Namen im Treppenhaus und ein bescheidenes Büro ohne Fenster im Keller von der bescheidenen Lebensweise der Stifterin, deren Vermächtnis nun Generationen von kranken Kindern zugutekommt.



