Noelia Castillo (25) beendet heute ihr Leben: Sterbehilfe nach Vergewaltigung und Querschnittslähmung
Noelia Castillo (25): Sterbehilfe nach Vergewaltigung und Lähmung

Noelia Castillo (25) beendet heute ihr Leben: Sterbehilfe nach Vergewaltigung und Querschnittslähmung

Heute, am 26. März 2026, wird das Leben der 25-jährigen Noelia Castillo aus Barcelona auf ihren eigenen ausdrücklichen Wunsch enden. Um 18 Uhr wird in der Pflegeeinrichtung Sant Pere de Ribes die ärztlich begleitete Sterbehilfe durchgeführt, nachdem ihr Antrag im Juli 2024 von der katalanischen Regierung genehmigt wurde.

Ein Leben voller Leid und Schmerz

Die Kindheit und Jugend von Noelia Castillo waren von schweren Belastungen geprägt. Wegen Sucht- und psychischen Problemen ihrer Eltern verbrachte sie einen Großteil ihrer Jugend in verschiedenen Heimen. Im Jahr 2022 erlebte sie einen traumatischen Wendepunkt: Laut spanischen Medienberichten wurde sie von einem Ex-Freund und drei weiteren Männern sexuell missbraucht. "Ich habe es nicht angezeigt, weil es Tage vor meinem Selbstmordversuch war", erklärte sie später in Interviews.

Kurz nach dieser Gruppenvergewaltigung, am 4. Oktober 2022, versuchte Noelia Castillo, ihrem Leben ein Ende zu setzen. Unter dem Einfluss von Kokain sprang sie aus dem fünften Stock eines Gebäudes und erlitt dabei eine schwere Rückenmarksverletzung. Seit diesem Tag ist sie von der Hüfte abwärts gelähmt, leidet unter quälenden chronischen Schmerzen, hat keine Kontrolle über Blase oder Darm und ist auf einen Rollstuhl angewiesen.

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Der Entschluss zur Sterbehilfe

"Ich möchte jetzt gehen und aufhören zu leiden. Punkt", sagte Noelia Castillo in ihrem letzten Interview. "Niemand in meiner Familie ist für Sterbehilfe. Aber was ist mit all den Schmerzen, die ich all die Jahre erlitten habe?" Die junge Frau beschrieb ihren Zustand als unerträglich: "Ich habe zu nichts Lust: Ich will nicht ausgehen, nicht essen. Schlafen fällt mir sehr schwer, und ich habe Rücken- und Beinschmerzen."

Für ihren letzten Tag hat Noelia Castillo konkrete Vorstellungen: "Ich habe ihnen gesagt, wie ich es mir vorstelle. Ich möchte schön sterben. Ich wollte schon immer gut aussehen. Ich werde mein schönstes Kleid tragen und mich schminken – es wird etwas Schlichtes sein." Wenn ihr die letale Injektion verabreicht wird, möchte sie allein sein. Zuvor hat sie ihre Familie eingeladen, sich von ihr zu verabschieden.

Medizinisches Protokoll und rechtliche Auseinandersetzungen

Laut Berichten des "Diario de Sevilla" werden Ärzte Noelia Castillo Medikamente in die Vene spritzen. Das Standardprotokoll sieht zunächst eine tiefe Sedierung vor, um Bewusstlosigkeit und vollständige Schmerzfreiheit zu gewährleisten. Anschließend werden Substanzen verabreicht, die zum irreversiblen Stillstand der Vitalfunktionen führen. Bis zum letzten Moment ist das Ärzteteam verpflichtet, sich beim Patienten über den fortbestehenden Sterbewunsch zu vergewissern und sicherzustellen, dass die Entscheidung frei, freiwillig und bewusst getroffen wurde.

Die Genehmigung der Sterbehilfe im Juli 2024 löste einen über anderthalb Jahre dauernden Rechtsstreit aus. Ihr Vater, unterstützt von der ultrakonservativen katholischen Gruppe "Christliche Anwälte", zog durch alle Instanzen. Das Verfassungsgericht und der Oberste Gerichtshof lehnten seine Anträge ab, und auch ein letzter Versuch vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte scheiterte diese Woche.

Familienkonflikt und letzte Worte

"Mein Vater sah mich fallen und konnte nichts tun", sagte die 25-Jährige über ihren Suizidversuch. "Aber nach allem, was er getan hat, habe ich kein Mitleid mehr mit ihm." Ihr Vater hatte vor Gericht argumentiert, seine Tochter leide an einer psychischen Störung, die ihre Entscheidungsfähigkeit beeinträchtigen könne, und es gebe Anzeichen, dass sie ihre Meinung geändert habe.

Noelia Castillo hielt dagegen: "Er hat meine Entscheidung nicht respektiert und wird es auch nie tun." Kurz vor ihrem Tod meldete sie sich noch einmal bei "Antena 3": "Mal sehen, ob ich endlich Ruhe finde, denn ich kann diese Familie, den Schmerz, all das, was mich quält, nicht mehr ertragen", sagte sie. "Ich möchte kein Beispiel für jemanden sein, es ist einfach mein Leben, und das ist alles."

Wie "kath.net" berichtet, wollen sich am Nachmittag vor der Pflegeeinrichtung bei Barcelona gläubige Katholiken zum Gebet versammeln, während im Inneren Noelia Castillo ihren letzten Wunsch erfüllt bekommt.

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