Dunkelfeldstudie enthüllt: 95 Prozent der Partnerschaftsgewalt bleibt unangezeigt
Studie: 95% der Partnerschaftsgewalt nicht angezeigt

Dunkelfeldstudie enthüllt alarmierende Zahlen zu Gewalt in Partnerschaften

Eine neue umfassende Studie zur Gewaltbetroffenheit in Deutschland hat erschreckende Zahlen ans Licht gebracht. Familienministerin Karin Prien (CDU) und Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) stellten am Dienstag die Ergebnisse vor, die ein düsteres Bild zeichnen. Die zentrale Erkenntnis: Mehr als 95 Prozent der Fälle von psychischer und körperlicher Gewalt innerhalb von Partnerschaften werden nicht zur Anzeige gebracht.

Umfangreiche Befragung mit 15.000 Teilnehmern

Für die erstmals durchgeführte Dunkelfeldstudie wurden rund 15.000 Personen im Alter von 16 bis 85 Jahren zu ihren Gewalterfahrungen befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass Gewalt in Deutschland weit über das hinausgeht, was bei der Polizei registriert wird. Innenminister Dobrindt betonte die Bedeutung der neuen Zahlen: „Das Dunkelfeld ist groß. Das Ausmaß, das dieses Dunkelfeld hat, konnte so auch nicht erwartet werden.“

Psychische und körperliche Gewalt betrifft Millionen

Die Studie offenbart, dass knapp die Hälfte aller Frauen (48,7 Prozent) und 40 Prozent der Männer mindestens einmal in ihrem Leben psychische Gewalt durch einen Partner oder Ex-Partner erlebt haben. Noch alarmierender: 16,1 Prozent der Befragten gaben an, schon einmal körperliche Gewalt durch ihren (Ex-)Partner erfahren zu haben – 5,7 Prozent allein in den letzten fünf Jahren.

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Familienministerin Prien mahnte: „Die Zahlen machen sichtbar, was lange im Verborgenen lag: Das Dunkelfeld bei partnerschaftlicher und sexualisierter Gewalt ist riesig. Gewalt ist kein Randphänomen, sie betrifft Millionen Menschen in unserem Land.“

Sexuelle Belästigung und Übergriffe weit verbreitet

Die Studie zeigt auch erschreckende Zahlen zu sexueller Gewalt. Fast jede zweite Person (45,8 Prozent) wurde im Leben schon sexuell belästigt. Über ein Drittel der Frauen (34,7 Prozent) und etwa jeder siebte Mann (14,5 Prozent) waren in den letzten fünf Jahren von sexueller Belästigung ohne Körperkontakt betroffen.

Noch gravierender: 14,5 Prozent der Frauen haben sexuelle Belästigung mit Körperkontakt erlebt, wurden also gegen ihren Willen angefasst. Insgesamt berichtet mehr als jeder Zehnte (11,2 Prozent) davon, Opfer von sexueller Gewalt geworden zu sein. Besonders alarmierend: Bei den betroffenen Frauen handelte es sich bei den Tätern besonders häufig um Ex-Partner (46,5 Prozent).

Stalking betrifft mehr als jede fünfte Person

Die Studie untersuchte auch das Phänomen Stalking und kam zu besorgniserregenden Ergebnissen. Mehr als jede fünfte Person (21,2 Prozent) war in ihrem Leben von Stalking betroffen, innerhalb der letzten fünf Jahre waren es 9 Prozent. Konkret haben 10,6 Prozent der Frauen und 7 Prozent der Männer innerhalb der letzten fünf Jahre Stalking erfahren.

Frauen besonders betroffen – Ministerin zeigt sich besorgt

Die Studie belegt deutlich, dass Frauen häufiger Opfer von Gewalt werden. Familienministerin Prien äußerte ihre Besorgnis: „Das Ausmaß von Gewalt gegen Frauen ist nach wie vor erschreckend hoch. Und mir macht das große Sorgen. Wir wissen: Viele Frauen melden die von ihnen erfahrene Gewalt nicht, weil sie in einer extrem komplexen Lage sind.“

Sie führte weiter aus: „Sie fürchten die Folgen für sich, für ihre Kinder, für ihre Wohnsituation, für ihre Existenz. Vielleicht haben auch einige kaum noch Hoffnung.“

Opferschutz muss im Mittelpunkt stehen

Innenminister Dobrindt betonte die Notwendigkeit, die Opfer von Gewalt in den Mittelpunkt zu stellen. Die Studie zeigt deutlich, dass das tatsächliche Ausmaß von Gewalt in Partnerschaften weit über die offiziellen Statistiken hinausgeht. Mit nur 5 Prozent Anzeigequote bei Partnerschaftsgewalt bleibt der Großteil der Taten im Verborgenen.

Die umfassende Dunkelfeldstudie liefert damit erstmals ein genaues Bild der Gewaltbetroffenheit in Deutschland und zeigt dringenden Handlungsbedarf auf. Die Ergebnisse machen deutlich, dass Gewalt in Beziehungen kein Einzelfall ist, sondern ein gesellschaftliches Problem von erheblichem Ausmaß.

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