Ukrainische Geflüchtete dominieren Kundschaft der Prenzlauer Tafel
Die anhaltende Inflation mit einem Anstieg von 2,1 Prozent im Januar 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat trifft besonders Menschen mit geringem Einkommen hart. In der Uckermark zeigt sich diese Entwicklung deutlich an der gestiegenen Nachfrage nach den Dienstleistungen der Tafeln.
Über 5.600 Menschen betreut - 85 Prozent mit Migrationshintergrund
Kerstin Kühn, Leiterin der Prenzlauer Tafel, bestätigt: „Ältere und Familien sind in der Uckermark besonders häufig auf unsere Angebote angewiesen.“ Unter der Regie des AWO-Kreisverbandes betreute ihr Team im vergangenen Jahr insgesamt 5.680 Besucher. Die meisten nutzten die preiswerte Zusatzversorgung im kleinen Laden, fast 500 Personen kamen wöchentlich zum Mittagstisch.
Bemerkenswert ist der hohe Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund: „Circa 85 Prozent unserer Nutzer haben inzwischen einen Migrationshintergrund, die Masse kommt aus der Ukraine und bezieht Bürgergeld“, erklärt die 58-jährige Leiterin. Der Nachweis über Sozialleistungen ist Voraussetzung für den Tafelbesuch, persönliche Daten werden nicht erhoben.
Supermarkt-Aktion „Gemeinsam Teller füllen“ gestartet
Um Engpässe zu mildern, startete Rewe-Markt-Betreiber Matthias Becker in seiner Filiale in der Steinstraße die diesjährige „Tüten“-Aktion unter dem Motto „Gemeinsam Teller füllen“. Kunden können in den nächsten 14 Tagen zusätzlich zum eigenen Einkauf vorgepackte Tüten mit haltbaren Lebensmitteln erwerben, die direkt der Tafel am Thomas-Müntzer-Platz 1 zugutekommen.
„Er unterstützt, wo er kann, ist absolut verlässlich“, lobt Kühn den Unternehmer, der seit Jahren zu den großen Unterstützern der Einrichtung gehört. Durch ein praktisches Scan-System müssen Kunden die gefüllten Tüten nicht mehr zur Kasse tragen, sondern können einfach die entsprechenden Schilder scannen lassen.
Ehrenamtliche mit Migrationshintergrund aktiv
Neben den Spendern dankt Kühn besonders den Zuverdienstkräften und Ehrenamtlern. „Bei den Ehrenamtlichen sind auch die anfangs erwähnten Menschen mit Migrationshintergrund ganz aktiv, das hilft bei der Verständigung“, betont sie. Zur besseren Anerkennung dieser Arbeit appelliert sie an die Regierung, über Rentenpunkte für ehrenamtliches Engagement nachzudenken.
Trotz der schwächeren Spendenmonate Februar bis April konnte die Tafel bisher alle Bedürftigen versorgen: „Noch musste bei uns niemand mit leeren Taschen weggeschickt werden“, versichert Kühn. Ein Nummernsystem sorgt für gerechte Verteilung und vermeidet Streitigkeiten bei der Lebensmittelausgabe.



