Tierzüchterin verliert beide Beine: Neues Zuhause gibt Ursula Malingriaux neuen Lebensmut
Ursula Malingriaux: Nach Beinamputation neuer Lebensmut im Seniorendorf

Schwere Diagnose verändert Leben der Tierzüchterin über Nacht

Ursula Malingriaux aus Bertikow in der Uckermark hat ein Schicksal erlitten, das ihr Leben von Grund auf verändert hat. Die heute 74-jährige vierfache Mutter und zweifache Großmutter musste sich aufgrund einer schwerwiegenden medizinischen Diagnose beide Beine amputieren lassen. Diese Operation hat ihren Alltag komplett umgekrempelt und stellt sie vor enorme Herausforderungen.

Ein Leben voller Arbeit und plötzlicher Wendungen

Jahrzehntelang arbeitete Ursula Malingriaux hart in der Landwirtschaft, wo sie schwer körperlich tätig war und gleichzeitig vier Kinder großzog. Ihre Beine trugen sie durch ein arbeitsreiches Leben, bis mit der politischen Wende die erste tiefgreifende Veränderung eintrat. Die Seniorin verlor damals ihren Arbeitsplatz im Rinderstall und musste sich mit schlecht bezahlten Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen sowie kleinen Zuverdiensten über Wasser halten.

Das reichte kaum zum Leben, wie sie selbst berichtet. Die finanziellen Sorgen waren ständige Begleiter, als die zweite Hiobsbotschaft folgte: Ärzte stellten eine Diagnose, die die sofortige Amputation beider Beine unumgänglich machte. In einem bewegenden Video-Interview ließ die Rentnerin diesen schweren Moment Revue passieren, in dem ihr klar wurde, dass ihr Alltag nach dem Eingriff nie wieder derselbe sein würde.

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Neue Heimat im Prenzlauer Seniorendorf

Doch Ursula Malingriaux gab nicht auf. Heute blickt sie wieder zuversichtlicher in die Zukunft, was sie nicht nur ihrer Familie verdankt, die sich aufopferungsvoll um sie kümmert, sondern auch ihrem neuen Zuhause. Seitdem die Mittsiebzigerin im Seniorendorf in der Neustädter Feldmark in Prenzlau lebt, ist sie sichtlich aufgeblüht, wie ihr Umfeld bestätigt.

Das 2017 eröffnete Dorf bietet aktuell 29 Frauen und Männern ein Zuhause, mit insgesamt 45 Plätzen in zehn Häusern. Betreut werden die Bewohner von 25 Mitarbeitern des ambulanten Pflegedienstes sab unter der Leitung von Nancy Köpke. „Die Schwestern hier sind jetzt mein Beinersatz“, sagt Ursula Malingriaux dankbar über die Unterstützung.

Rundum versorgt und sicher

In ihrem kleinen Appartement fühlt sich die ehemalige Rinderzüchterin wohl, auch wenn sie nicht unbedingt der Typ für Gesellschaftsspiele ist. Sie schätzt das gute Miteinander in der Wohnstätte und die Möglichkeit, einfach am Fenster oder – ab Frühjahr – auf der Terrasse zu sitzen. „Das ist für mich ein ganz großes Glück“, erklärt sie.

Überraschend kann sie sich die Unterbringung dank Rente, Pflegegeld und staatlichen Leistungen sogar leisten, wie sie im Interview mit dem Nordkurier verriet. Dass ihre Einkünfte dafür ausreichen, hatte sie nicht zu träumen gewagt. Besonders beruhigend findet sie den 24/7-Hausnotruf: „Wenn was ist, kommt mir sofort jemand zu Hilfe. Das beruhigt ungemein.“

Nancy Köpke, die 43-jährige Leiterin des Pflegedienstes, freut sich, Schwerkranken wie Ursula Malingriaux neuen Lebensmut geben zu können. Trotz ihres schweren Schicksals hat die Seniorin ihre positive Einstellung bewahrt und betont: „Man darf sich eben nicht aufgeben.“ Ihre Geschichte zeigt, wie wichtig soziale Unterstützung und eine sichere Umgebung für Menschen mit schweren Behinderungen sind.

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