Abstimmung vertagt: Gibt es noch Hoffnung für das Haus Demmin?
Abstimmung vertagt: Hoffnung für Haus Demmin?

Abstimmung vertagt: Gibt es noch Hoffnung für das Haus Demmin?

Die Zukunft der historischen Gutshausruine Haus Demmin bleibt weiterhin ungewiss. Sowohl im Stadtentwicklungsausschuss als auch im Hauptausschuss der Hansestadt Demmin stand das Schicksal des einsturzgefährdeten Denkmals erneut auf der Tagesordnung. Eine endgültige Entscheidung wurde jedoch vertagt, da die Stadtvertreter weitere Klärungen von der Denkmalschutzbehörde fordern.

Akute Einsturzgefahr erfordert schnelles Handeln

Die Ruine des einstigen Gutshauses befindet sich in einem katastrophalen Zustand. Vandalismus und Witterungseinflüsse haben die Gebäudesubstanz massiv beschädigt, sodass laut Bauamtsleiter Thomas Engler akute Einsturzgefahr besteht. Als Grundstückseigentümer trägt die Hansestadt Demmin die Verkehrssicherungspflicht und muss zeitnah handeln, um Gefahren für die Bevölkerung abzuwenden.

Ein Gutachten des Schweriner Architekten Stefan Rimpel, das im Dezember 2025 erstellt wurde, bestätigt den dringenden Handlungsbedarf. Rimpel hatte erhebliche Schäden dokumentiert und Sicherungsmaßnahmen vorgeschlagen, die die Ruine für die nächsten 20 bis 30 Jahre erhalten könnten. Die Arbeiten sollen in zwei Bauabschnitten erfolgen:

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  • Der erste Abschnitt würde sofort 190.000 Euro kosten
  • Der zweite Abschnitt im kommenden Jahr weitere 110.000 Euro

Denkmalschutz versus finanzielle Belastung

Während die Denkmalpflege auf umgehende Sicherungsmaßnahmen drängt, sehen sich die Stadtvertreter angesichts leerer Stadtsäckel mit erheblichen finanziellen Herausforderungen konfrontiert. Ausschussvorsitzender Detlev Ganz (UWG) kritisierte, dass die Stadt Geld für Dinge ausgeben solle, die sie nicht beeinflussen könne, und plädierte stattdessen für die Herauslösung aus der Denkmalliste und die Anlage eines kleinen Parks.

Bürgermeister Thomas Witkowski (CDU) betonte dagegen die besondere Bedeutung des Gebäudes: „Wir beraten nicht über irgendein Gebäude, sondern über ein eingetragenes Denkmal von landesweiter Bedeutung.“ Das Haus Demmin sei untrennbar mit der Geschichte der Familie von Rohr verbunden und zähle architektonisch zu den bedeutendsten Gutshausbauten Mecklenburg-Vorpommerns.

Rechtliche Verpflichtung und historische Verantwortung

Der Bürgermeister verwies auf die klare rechtliche Lage: Es besteht eine gesetzliche Verpflichtung zum Erhalt. Ein Abriss wäre nicht nur kulturhistorisch falsch, sondern rechtlich wie zeitlich kaum durchsetzbar. Witkowski hob hervor, dass der Standort selbst seit über 800 Jahren besiedelt sei und die Ruine als authentisches Zeugnis der Stadtgeschichte einen eigenständigen Denkmalwert besitze.

„Ohne sofortige Maßnahmen droht ein irreversibler Schaden“, warnte der Bürgermeister und bat die Stadtvertreter, für die Sicherung zu stimmen – nicht aus Nostalgie, sondern aus rechtlicher Verpflichtung und historischer Verantwortung.

Vertagung der Entscheidung

Trotz dieser eindringlichen Appelle konnten sich die Ausschussmitglieder nicht zu einer sofortigen Entscheidung durchringen. Rainer Tietböhl (CDU) schlug vor, kurzfristig noch einmal die Denkmalschutzbehörde einzuladen: „Ich möchte die Fakten hören. Wir sind nicht beschlussfähig ohne eine solche Empfehlung.“ Dieser Vorschlag fand einstimmige Zustimmung.

Damit bleibt die Zukunft des Haus Demmin weiterhin ungewiss. Die nächste Sitzung der Stadtvertretung am 18. März muss nun endgültig über das Schicksal der Brandruine entscheiden – vorausgesetzt, bis dahin liegen die geforderten Klärungen vor. Die Uhr tickt, denn mit jedem Tag verschlechtert sich der Zustand des denkmalgeschützten Gebäudes weiter.

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