Eisbachwelle in München: Vorversuch zur Wiederherstellung abgesagt
Erneut gibt es Ärger an der berühmten Eisbachwelle in München. Der für Freitag geplante Vorversuch zur Wiederherstellung der kaputten Surferwelle musste abgesagt werden. Grund dafür ist ein Ast, der sich an den Eisbachkaskaden verfangen hat und das Dammbalkenwehr blockiert.
Ast blockiert Wasserzulauf
Der Surf Club München teilt mit, dass der Vorversuch unter der Leitung des Strömungsexperten Robert Meier-Staude nicht stattfinden kann. Der Wasserstand im Eisbach ist zu niedrig, da das Wasserwirtschaftsamt den Zulauf aus der Isar weiterhin drosselt. An der Eisbachbrücke werden lediglich 107 Zentimeter Pegelstand gemessen, für den Versuch und zum Surfen wären jedoch 145 bis 150 Zentimeter erforderlich.
Der blockierende Ast befindet sich etwa 200 Meter unterhalb der Welle an den Eisbachkaskaden. An diesem Verteilerbauwerk verzweigt sich der Eisbach in den Schwabinger Bach. "Der Ast ist vielleicht eineinhalb Meter lang und dünner als ein Arm", erklärt Surf-Club-Präsident Martin Grün gegenüber der AZ. Er betont, dass mehrere erfahrene Surfer die Situation begutachtet hätten und der Ast einfach von Hand entfernt werden könnte.
Surf Club fordert schnelle Lösung
Der Surf Club München fordert die Stadt nun auf, "das Stöckchen am Wehr unverzüglich zu beseitigen und die genehmigten Versuche endlich durchführen zu lassen." Die Surfer zeigen sich verärgert, da der Wasserstand im Eisbach in über 30 Jahren Eisbach-Surfen nur einmal – beim Jahrhunderthochwasser 2005 – wegen Hochwasser abgesenkt wurde.
Besonders kritisch sehen die Aktivisten, dass das Kreisverwaltungsreferat zur großen Surfer-Demo vom vergangenen Sonntag zusätzliche Auflagen erteilt hatte. Die Veranstalter mussten auf ein absolutes Surfverbot hinweisen, da sonst persönliche Haftungsrisiken bestanden hätten. Der weiter abgesenkte Wasserstand habe dieses Surfverbot praktisch durchgesetzt.
Wasserwirtschaftsamt widerspricht
Das Wasserwirtschaftsamt, das für das Verteilerbauwerk zuständig ist, sieht die Situation anders. Amtsleiter Stefan Homilius erklärt: "Der Ast ist nicht der Grund für den niedrigen Wasserstand." Vor dem Hochwasser seien am Bauwerk Dammbalken angehoben worden, um sicherzustellen, dass der Schwabinger Bach genug Wasser bekommt.
Nach dem Hochwasser vom 22. Februar wurde der Zufluss aus der Isar begrenzt, um Überschwemmungen zu vermeiden. Homilius betont: "Solange die Dammbalken nicht wieder abgesenkt sind, können wir kein zusätzliches Wasser zuleiten, weil sonst im Schwabinger Bach zu viel ankommt. Dann droht eine Überschwemmung."
Komplexe Beseitigung erforderlich
Für die Arbeiten an den Dammbalken ist laut Wasserwirtschaftsamt ein Schreitbagger erforderlich. Zudem seien weitere Steuerungsmaßnahmen im gesamten Gewässersystem des Englischen Gartens notwendig. Die Mitarbeiter der Flussmeisterstelle München werden voraussichtlich in der nächsten oder übernächsten Woche mit dem Umbau beginnen.
Bis dahin müssen sowohl das Versuchsteam um Robert Meier-Staude als auch die Surferinnen und Surfer Geduld aufbringen. Der letzte Vorversuch fand am 19. Februar statt, bei dem mit einem Gitter kurzfristig eine surfbare Welle hergestellt werden konnte.



