Frankfurts OB feiert sich für Anti-Terror-Poller mit Blümchen-Design
Frankfurt: OB feiert Anti-Terror-Poller mit Blümchen

Frankfurts OB feiert sich für Anti-Terror-Poller mit Blümchen-Design

In Frankfurt am Main wächst nicht etwa das Sicherheitsgefühl der Bürger – sondern der Design-Anspruch der Stadtregierung. Während Sicherheitsbehörden seit Jahren vor einer anhaltend hohen Terrorgefahr warnen, beschäftigt man sich im Römer offenbar mit einer ästhetischen Frage: Wie lassen sich die Anti-Terror-Steine verschönern?

Von Beton zu Metall mit Blümchen

Seit zehn Jahren stehen massive Beton-Würfel als Zufahrtsschutz gegen potenzielle Amok-Terroristen an zentralen Plätzen der Main-Metropole. Jetzt werden sie ersetzt: durch ebenso massive Metall-Würfel, die jedoch mit einer besonderen Note aufwarten. Die neuen Poller sind mit Bepflanzung und dem Frankfurter Stadtwappen versehen.

Seit Montag stehen bereits zwei dieser neuen Poller am Frankfurter Opernplatz. Bis Ende April sollen insgesamt 19 der Metall-Klötze aufgestellt werden. Jeder Block misst 2,6 mal 1,2 Meter und wird im Abstand von 1,5 Metern positioniert, um zu verhindern, dass Autos oder LKW von Terroristen als Waffe missbraucht werden können.

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"Ein echter Hingucker" – OB im Feierlaune

Oberbürgermeister Mike Josef (43, SPD) beschreibt die Neuerung auf Instagram enthusiastisch: „Dank Bepflanzung und anthrazitfarbenem Design mit Stadtwappen sind sie ein echter Hingucker.“ Der Stadtchef ist überzeugt: „Ich glaube, das kommt ganz gut an.“

Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert (56, Grüne) ergänzt: „Flexibel und begrünt, fügt er sich in das Stadtbild ein und zeigt: Sicherheit und attraktive öffentliche Räume schließen einander nicht aus.“ Die Stadtregierung aus Grünen, SPD und Volt (unter Duldung der Linken) präsentiert die Maßnahme somit als gelungenen Kompromiss zwischen Schutz und Ästhetik.

Kritik: Symptombekämpfung statt echter Sicherheit

Nicht alle teilen die Begeisterung. CDU-Stadtverordneter Yannick Schwander (37) äußert sich kritisch: „Das ist natürlich absurd. Ein Hingucker ist nun wirklich übertrieben. Die Koalition feiert sich dafür. Aber diese Blöcke sind nur Symptombekämpfung.“

Der Politiker fordert stattdessen umfassendere Maßnahmen: „Zur Bekämpfung von Terror braucht es auf kommunaler Ebene unter anderem Videoüberwachung und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz.“ Die Frage bleibt, ob dekorierte Poller tatsächlich einen substanziellen Beitrag zur Terrorabwehr leisten oder lediglich das Stadtbild aufpolieren.

Die Diskussion wirft ein Schlaglicht auf das Spannungsfeld zwischen Sicherheitsbedürfnissen und städtebaulicher Gestaltung. Während die einen in den bepflanzten Metall-Würfeln einen ästhetischen Fortschritt sehen, bezweifeln andere deren praktischen Nutzen jenseits der Optik.

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