Streit um Hotelpläne: Tourismusverein gegen Bebauung am Hamburger Tor
Hotelpläne am Hamburger Tor: Tourismusverein protestiert

Rostocks Stadtentwicklung steht vor einer Richtungsentscheidung. Die Bürgerschaft votiert bald über die Bebauung des Hamburger Tors. Jetzt schaltet sich der Tourismusverein ein.

Neues Viertel an der Messe: Hotelpläne an der Ostsee stoßen auf Widerstand

Es geht um die Zukunft des Rostocker Nordwestens und seine städtebauliche Entwicklung. Demnächst stimmen die Mitglieder der Rostocker Bürgerschaft über eine Bebauung der Fläche Hamburger Tor ab. Auf der Freifläche zwischen der Hanse Messe und der S-Bahn-Station Lütten Klein ist unter anderem eine neue Schwimmhalle geplant. Zusätzlich sollen bis zu 450 Wohnungen entstehen. Und auch Baufelder für Hotelnutzungen soll es geben. Letzteres lehnt der Tourismusverein Rostock und Warnemünde vehement ab. Ein Hotel an dieser Stelle sei „weder marktgerecht noch standortstrategisch sinnvoll“, so der Verein.

Zusätzliches Hotel am Hamburger Tor abgelehnt

„Wir reden hier nicht über zusätzliche Nachfrage, sondern über Verdrängung in einem ohnehin angespannten Markt“, sagt Frank Martens, Vorsitzender des Tourismusvereins Rostock und Warnemünde. „Allein in 500 Metern Luftlinie zum Hamburger Tor stehen heute bereits über 200 Hotelzimmer im Budget-Segment, weitere 90 sind genehmigt. Hinzu kommen über 350 weitere Zimmer am Stadthafen und am Hauptbahnhof, die in den nächsten Jahren ans Netz gehen. Rostock braucht kein zusätzliches Hotel am Hamburger Tor – Rostock braucht Wohnraum.“ Die Vorzugsvariante mit Schwimmhalle und 400 bis 450 Wohnungen wird von Martens hingegen grundsätzlich begrüßt.

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Der Rostocker Beherbergungsmarkt stehe bereits heute unter erheblichem Wettbewerbsdruck. Eine zusätzliche Kapazitätsausweitung würde den wirtschaftlichen Druck weiter erhöhen und bestehende Strukturen schwächen, so auch Alexander Soyk, Geschäftsführer des Tourismusvereins. Soll heißen: Rostock ist mit den bestehenden und den geplanten Hotels bereits voll ausgelastet. „Der gesamtstädtische Nutzen einer weiteren Hotelansiedlung am Hamburger Tor erscheint dem Tourismusverein daher gering“, sagt Soyk.

In einem offenen Brief verweist der Tourismusverein ausführlich darauf, dass die Rostocker Hotelkapazitäten in den kommenden Jahren ohnehin deutlich ausgebaut werden. So entsteht im neuen Quartier Kesselborn in Bahnhofsnähe bis 2028 ein 4-Sterne-Designhotel der Marke Tribe mit 157 Zimmern. Auf der Silohalbinsel am Stadthafen ist gerade erst ein weiteres Hotel der Marke Scanhhotels mit rund 195 Zimmern eröffnet worden. Und in der Trelleborger Straße ist zugleich ein Hotelprojekt mit 90 Zimmern geplant und soll bis Ende 2027 fertiggestellt werden. „Insgesamt kommen damit allein durch diese drei Vorhaben über 440 zusätzliche Hotelzimmer auf den Rostocker Markt“, so der Verein. Ein weiteres Hotel am Hamburger Tor sei nach Ansicht des Vereins deshalb nicht notwendig.

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